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AUGUST BURNS RED - Rescue & Restore

VÖ: 28. Juni 2013
Hassle Records

August Burns Red - wahrscheinlich eine der Genregrößen unserer Zeit, die schon seit Jahren auf eine große Fanbase zurückblicken kann. Mit ihrem neuen Album "Rescue & Restore" bringen die Amerikaner ihr mittlerweile sechstes Studioalbum heraus. Der Klang, den man auf dieser Platte erwarten kann, ist neu, denn August Burns Red haben sich hier wirklich sehr stark ausprobiert, um so dem Klischee von generischen, ausgelutschten Songideen vorzubeugen. Und was das Quintett hier auf die Beine stellt, ist wirklich alles andere als 08/15-Metalcore. Was aber nicht heißt, dass es gut ist. Tatsächlich hatte ich an das neue Album relativ hohe Erwartungen, da die bereits vorher veröffentlichten Songs "Spirit Breaker" und "Fault Line" wirklich gut klangen und auch in alter August Burns Red-Manier ordentlich Feuer haben. Allerdings ist bei weitem nicht das ganze Album von eleganten Melodien und klaren Songstrukturen durchzogen, wie eben diese beiden wirklich geilen Songs. Stattdessen werden uns teilweise Songs geboten, die einfach nur zusammengeklatscht wirken. Übergänge, die wie notdürftig geklebt wirken sind eigentlich nichts, was man von einer so etablierten Band wie August Burns Red erwartet hätte. Ich denke dabei z.B. an den Song "Echoes", der derart schroff und unsauber zwischen schnellen Distortion-Riffs mit den typischen Shouts und einem Clean-Gitarren Part wechselt, dass man wirklich enttäuscht ist. Das wäre aber nicht weiter tragisch, wenn das der einzige Fauxpas wäre, aber tatsächlich finden sich diese abgehackten Übergänge auch in anderen Songs wieder (u.a. in "The First Step") - sehr unschön, das kennen wir wesentlich besser.
Dem Ganzen die Krone setzt "Creative Captivity" auf, der zwar auf seine Art tatsächlich kreativ ist, aber leider mehr auf die Art, wie in diesen Post-Modernen Kunstausstellungen - frei nach dem Motto: Wenn du das nicht magst, verstehst du die Kunst nicht. Aber anscheinend verstehe ich das wirklich nicht, denn zwischen den guten klassischen, starken August Burns Red-Parts, werden hier irgendwelche unkoordinierten Percussion-Spuren eingespielt, die einfach nur unnötig und abschreckend sind. Warum?
Im Großen und Ganzen kann man bei "Rescue & Restore" von einem in sich sehr gegensätzlichen Album sprechen, das zum einen altbewährte Stärken ausspielt, aber zum anderen auch einfach mal voll danebenhaut. Schade, ich hatte mir wirklich viel erhofft ... und werde wohl eher bei den älteren Alben bleiben. (zeo)

7/10