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AUSTIN DEATHTRIP - How I Spanked Your Mother

VÖ: 25. April 2014

Was auf der "Texas Bulldozer"-EP offensichtlich noch eher "Beiwerk" war, macht sich auf dem ersten vollwertigen Longplayer von Austin Deathtrip mächtig breit - Death Metal. Zugegeben, die modernere Variante, bei der wohl eher Fans von The Rotted (die mir hier immer wieder in den Sinn kommen) oder Job For A Cowboy (wenn sie nie das Wort "Break" gehört hätten) anschlagen. Unterm Strich kann man den Gebrüdern Austin (Buck, Jim, Chuck und Fred) aber ein gutes Maß an Eigenständigkeit attestieren. Die Mischung aus in den Nacken gehenden Grooves (Hatebreed- und Sepultura-Cover aus den Anfangstagen sprechen für sich) und einer Wagenladung an Blastbeats (der Chuck, der ist auf Zack!) findet hier erstmals auf Albumlänge statt und kann fast durchgehend begeistern. Erster Pluspunkt abseits der Songs - die Produktion. Ungetriggerte Drums - eine Wonne. Das klingt alles so viel organischer als die ganzen "das muss auf die Nanosekunde stimmen - los, ran an den PC"-Scheiben. Aber ein ordentlicher Bums macht noch keine Qualität. Und die kommt mit Nachdruck. "Austin Tribe", "Sheol", "Six Levels Below" (mit Morbid Angel-Gedächtnis-Riffs) und der Titelsong sind Fundamente, auf die sich in Zukunft mehr bauen lässt. Dazu gefällt auch eine etwas variablere Seite (mehr Musikalität wäre passender, soll aber nicht gehässig klingen) wie bei "Specter In The Mirror", in der auch Klasse abseits von totalem Vollgas bewiesen wird. Interessant ist generell, dass nicht nur die Beats, sondern auch die stark aufs Wesentliche reduzierte, Frickel-freie Gitarrenarbeit von Gitarrist Jim ein wichtiger Faktor in Sachen Groove ist und gerade im High Speed Bereich ein erstklassiger Gegenpol zur Raserei darstellt. Gegenpol zur musikalischen Ernsthaftigkeit - Austin Deathtrip ist nichts für Weichflöten - ist aber trotzdem noch der unterschwellige Spaß und der kleine Schalk im Nacken, dem man visuell im Video zu "Shadow Archetype" Freilauf gewährt. Ich halte mich da eher an die Mucke und bin erstaunt, dass es eine Band in einem mir eher untypischen Bereich schafft, Akzente zu setzen, die mich bei der Stange halten. Well done, boys! (sw)

8/10