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AUTOKRATOR - Autokrator

VÖ: 29. Mai 2015
Iron Bonehead Productions

Welche Musik verbindet man mit Frankreich und Paris? Man denkt vielleicht an alte Klassik oder den moderneren "Chanson française", mit dem typischen Klang eines Akkordeons. Der geneigte Metalhead könnte an die atmosphärischen Sounds von Alcest oder die latent nationalistisch-rassistische Black Metal-Band Peste Noire denken.
Autokrator sind nichts von alledem. Alleine der Bandname ist kantig, wuchtig - man neigt dazu, ihn seltsam auf dem "kr" zu betonen. Das Bandlogo beinhaltet einen römischen Stahlhelm, die Texte sind an die negativen Seiten der Geschichte Roms angelehnt. Das selbstbetitelte Debütalbum, welches die Herren Ende Mai veröffentlichen wollen, klingt entsprechend. Die Selbstbezeichnung "Death Metal" ist, gelinde gesagt, vereinfacht. Hier wartet ein Gebräu aus Drone, Sludge, Death Metal, Black Metal und düsteren Samples. Der Sound ist so unglaublich bassig, dass er, gerade im ersten Teil der CD, das Schlagzeug zum hilflosen, belanglosen Sklaven degradiert. Die Wand aus tiefen Frequenzen fährt jeden, der nicht extremsten Metal gewohnt ist, um. Und dieser Punkt ist die Krux. Autokrator sind so tief in den tiefsten Frequenzen, dass mutmaßlich komplexe Strukturen und spielerisches Können von einem gierigen Bassmonster verschlungen werden. Das ist schade. Dennoch: Zum einen gibt es Bassfetischisten und dieses Album klingt nach einer Paarung aus Sunn O))) und alten Obituary. Zum anderen gibt es den zweiten Teil der CD, der zwar immer noch unerhört bassig daher kommt, aber viel rhythmischer und durch die Samples aufgelockerter klingt. In diesem Teil könnte man am ehesten von (durchaus sehr gutem) Mid-Tempo Death Metal sprechen.
Insgesamt ist die Platte eine schwere Nummer, in mehrerlei Hinsicht. Den meisten dürfte dieser Release viel zu stark auf den Magen schlagen. Für Fans aus den Bereichen Sludge, Drone und Noise wiederum ein absoluter Pflichtkauf. (jh)

6,5/10