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AVENGED SEVENFOLD - Hail To The King

VÖ: 23. August 2013
Warner Bros. Records

Die Zeiten von Metalcore, gruseligen Klamotten und Frisuren, sowie viel und schlechter Schminke liegen im Hause von Avenged Sevenfold zum Glück bereits zehn Jahre zurück. Mit damaligen Zeiten hat der Fünfer aus Kalifornien heute rein gar nichts mehr zu tun. Längst ist man in den USA ein Nr. 1-Act mit Gold- und Platinauszeichnungen, füllt ganze Stadien und selbst ex-Dream Theater-Drummer Mike Portnoy unterstütze die Band auf ihrer 2010er Tour. Nach dem eher etwas düsteren "Nightmare" (2010), auf dem man u.a. den Tod des langjährigen Drummers "The Rev" verarbeitete, sprüht "Hail To The King" förmlich vor positiver Energie, hat aber - entgegen des Titels - zum Glück nichts mit Manowar zu tun.
Dieses sechste Album der Band lebt zwar den Heavy Metal und Hard Rock vergangener Tage, wirkt aber zu keiner Zeit angestaubt, sondern transportiert diesen Charme perfekt in die heutige Zeit und klingt ganz klar nach Avenged Sevenfold. Da erinnert der Opener "Shepherd Of Fire" spontan an die Rolling Stones, die erste Single und zugleich der Titelsong strotzt nur so vor dickem Groove und lässt beim klasse Riff an AC/DC denken, während "Doing Time" ganz tief im Rock'n'Roll steckt und sicherlich Guns 'N Roses oder Aerosmith huldigt. Als eine der wenigen Bands, die sich ganz klar zu Metallica's "schwarzem" Album bekennen (jawoll!), ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich speziell dieser typische Groove des 1991er Meisterwerkes durch "Hail To The King" wie ein roter Faden zieht und im starken "This Means War" gipfelt, das auch unter dem Titel "Sad But True - Part II" auf einem Metallica-Album seinen Platz gefunden hätte. Dazwischen überzeugt dieses annähernd perfekte Album mit klasse Gitarren-Soli ("Requiem"!), starken Balladen ("Crimson Day", "Acid Rain"), einer höchst epischen Bridge in "Heretic", während das ebenfalls überragende "Coming Home" ganz klar an die 80er Jahre-Phase von Iron Maiden erinnert.
Wie titelte gerade erst ein großes deutsches Metal-Magazin: Metallica 2.0 - recht haben sie. Der Groove und die Drums klingen halt nach deren bereits erwähntem 91er Album, dazu eine ordentliche Portion Rock'n'Roll und Iron Maiden, mit M. Shadows hat man ohnehin einen begnadeten Sänger am Mikro, doch trotz der ganzen Vergleiche klingt "Hail To The King" stets eigenständig und überzeugt mit starken und überaus abwechslungsreichen Songs auf ganzer Linie. Das, was Avenged Sevenfold hier abgeliefert haben, ist nicht nur mein persönliches Album des Monats, sondern mein Album des Quartals - genau so muss moderner Heavy Metal/Rock klingen! (maz)

9/10