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AVENGED SEVENFOLD - Nightmare

VÖ: 27. August 2010
Roadrunner Records

Wenn Albträume wahr werden. Vielleicht hätte das sechste Album von Avenged Sevenfold gar nicht "Nightmare" geheißen, und vielleicht auch ganz anders geklungen, wenn nicht Drummer James Owen Sullivan im vergangenen Dezember im Alter von gerade mal 28 Jahren an einer Überdosis Medikamente in Verbindung mit Alkohol gestorben wäre. Nachdem die Aufnahmen zu "Nightmare" daraufhin für eine Weile unterbrochen wurden, ging es schließlich mit Drummer Mike Portnoy (Dream Theater) weiter - dem Vorbild des verstorbenen Sullivan.
Herausgekommen ist das emotionalste, stärkste und persönlichste Album der Band. Die meisten Texte wurden nach dem Tod Sullivans umgeschrieben, Gitarrist Synyster Gates schrieb das erste Mal an den Lyrics mit, und konnte bei der Gänsehautballade "So Far Away" textlich seine Trauer zum Audruck bringen. Ein kleines Highlight ist sicherlich das von einem tragendem Piano geprägte "Fiction", das sich zutiefst emotional und gefühlvoll in das Gesamtwerk einfügt. Doch "Nightmare" ist nun keinesfalls ein Album voller Trauer und Depressionen geworden. Neben starken "Hits", die zumindest von der rein musikalischen Seite her, fast schon locker-fröhlich daher kommen ("Nightmare", "Welcome To The Family"), erinnern z.B. die Riffs bei "God Hates Us" teilweise an Metallica und "Save Me" huldigt großen Bands wie Rush oder Dream Theater. Am Rande sei noch die Kuriosität erwähnt, dass als Produzent Mike Elizondo (u.a. Eminem!) fungierte.
Ich hoffe, dass es nicht erst immer einen so tragischen Schicksalsschlag braucht, um ein solches Album zu schreiben. "Nightmare" ist zweifelsfrei ein kleines Meisterwerk, das ich immer und immer wieder anhören kann ... und werde. Ganz stark! (maz)

9/10