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AWAKEN I AM - Blind Love

VÖ: 29. September 2017
Victory Records

Ich sitze mit meiner Tochter im Auto und lege eine CD ein, Zeit im Auto soll man ja sinnvoll nutzen Musik ist immer sinnvoll genutzte Zeit - denkt man. Bei Stück Nr. 2 kommt das vernichtende Urteil von rechts: "Was ist denn das? One Direction goes Metal?". Ich hätte antworten müssen: "One Direction? Wer ist das?". Leider ist mir dieser Begriff aber eben auch einer, obwohl ich noch keine Musik von denen bewusst wahrgenommen habe. Kurzzeitig durchzuckt der Gedanke mein Hirn: Kann man eine Rezension auch zurückgeben, ablehnen? Nein, geht nicht. Verweigerung war noch nie deine Art, du schaffst das. Erklärend wende ich mich meiner Tochter zu und konstatiere trocken, ein Review zu genau dieser Musik schreiben zu wollen und erkläre ihr kurz, sie sei doch schließlich die Zielgruppe. Im weiteren Verlauf der Fahrt wurde ich eines Besseren belehrt. Meine Tochter ist nicht die Zielgruppe, liegt wahrscheinlich an der phänomenalen musikalischen Früherziehung, weiß auch nicht wer das war. Stellt sich die Frage: Wer ist die Zielgruppe? Da die Band aus Australien kommt, würde ich meinen, der asiatische Markt. Ein Markt, in dem auch Baby Metal und ähnliches Platz und Gehör findet. Ich wäre nicht der Mensch der ich bin, wenn jetzt ein kompletter Verriss dieser CD hier stehen würde. Mein Gewissen verlangt von mir alle möglichen Seiten zu sichten und zu bewerten. Besser als deutscher Schlager ist "Blind Love" allemal - legen wir die Messlatte mal niedrig an. Im Radio gespielt (ich meine das Radio, welches ich nicht höre) würde mich die Musik nicht so unendlich nerven, wie vieles von dem anderen Gedudel. Musikalisch unentschieden, durchaus mal härtere Gangart, aber dann immer wieder Loops, "uhs" und "ahs", über allem diese hohe Stimme, diese Art der Interpretation. Immer zuviel Weichspüler. Jedem wirklichen Metalfan kann ich nur dringend raten: Finger weg! (stl)

5/10