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AXEHAMMER - Marching On

VÖ: 21. September 2012
Pure Steel Records

Eigentlich sollte es doch egal sein, ob eine Band ein paar mehr Line Up Wechsel hinter sich hat und mit einer größeren Unterbrechung in den Achtzigern nur zwei Demos und seit 1998 eine EP und einen Longplayer vorweisen kann. "Ja, aber …" schreit die Gemeinde der Original-Fetischisten. Ich sag euch "ja, aber". Denn bei solch einem Hammer-Album wie "Marching On" ist mir das völlig schnuppe! Diese 40 Minuten versüßen mir seit Wochen so manch tristen Tag. Warum? Weil hier JEDER der acht Songs eine ultrapräzise Punktlandung ist. Das ist US Metal nach dem amerikanischen Reinheitsgebot, so wie ihn Verehrer von Jag Panzer und speziell Omen hören. "Storytelling Songs" - ihr wisst schon. Neben der überaus filigranen Gitarrenarbeit ackert hier ein mehr als gleichberechtigter Bass durch die treibenden Rhythmen. Selbst das etwas gebremste, siebenminütige "Cemetary" peitscht mit seinen Doublebass-Einlagen und dem fordernden Refrain unentwegt nach vorne, so dass auf Albumlänge keine Pause entsteht. Will ich aber auch nicht. Ich will eben diese Refrains lauthals mitsingen ("Swing The Steel", "Demon Killer" … ach, eigentlich alle), so wie sie von Sänger Kleber Mandrake mit Leidenschaft geschmettert werden und seine eh schon perfekte Darbietung krönen. Ich will bei "Fire Away" oder "Flesh Machine" auch etwas rifflastiger meinen Nacken zwirbeln. Doch vor allem will ich Freude (nicht Spaß) an der Musik haben - ohne Kitsch! Selbst die Produktion von Legende Bill Metoyer (u.a. Slayer, Omen, Fates Waring) bläst jeden Anflug von ewig gestrigem Muff weg. Sehen wir der Tatsache ins Auge, dass "Marching On" einfach fast perfekt ist. (sw)

9,5/10