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AYREON - The Scource

VÖ: 28. April 2017
Mascot Records

Der Meister der großen Geschichten inmitten von opulent inszenierten und trotzdem jederzeit nachvollziehbaren Rock/Metal-Epen ist zurück. Arjen Lucassen entführt uns erneut in eine ferne Welt in einer entfernten Galaxie. Witzigerweise war mir das letzte Ayreon-Output "The Theory Of Everything" irgendwie durgerutscht, die Storyline von "The Source" aber passenderweise an das Album davor, nämlich "01011001" anknüpft - aber als Prequel. Durch die Geschichte dürft ihr euch selbst durchwurschteln, sie wird jedoch abermals von einer Armada von erstklassigen SängerInnen erzählt und - wie bereits erwähnt - in schlüssige knapp 90 Minuten gepackt, so dass man als Hörer gebannt vor der heimeligen Anlage sitzt und sich in diese Welt entführen lässt. Andere lesen dafür gute Bücher. Ich höre mir lieber Ayreon an. Es gibt ein Wiederhören mit den Stimmen von Hansi Kürsch (Blind Guardian), James LaBrie (Dream Theater), Simone Simons (Epica), Russel Allan (Symphony X) oder Floor Jansen (Nightwish), zu denen sich dieses Mal eben solche Koryphäen wie Nils K. Rue (Pagan's Mind), Tobias Sammet (Edguy/Avantasia) oder sogar Tommy Giles Rogers (Between The Buried And Me) gesellen. Stilistisch ist auffällig, wie gradlinig die musikalische Umsetzung dieses Mal im Gegensatz zu früheren Werken ist, so dass mit den tollen "Run! Apocalypse! Run!" und "Planet Y Is Alive" sogar fast reinrassiger Power Metal seinen Platz in dieser Geschichte findet. Wer ganz genau aufpasst, findet auf der musikalischen Seite sogar den einen oder anderen Querverweis zu eben "01011001" oder auch "The Human Equation". Wer weiß - vielleicht hängen die Alben sogar zusammen und wir wissen es noch gar nicht?! Vielleicht erfahren wir die Auflösung auch nie? Vielleicht ist "The Source" aber auch nur ein Beweis dafür, dass man Alben des "Langen von nebenan" einfach immer blind kaufen kann!?
Und eins noch - um irdisch zu bleiben: Wie kann es im bombastisch angelegten Finish "March Of The Machines", in dem sich alle SängerInnen nochmal zu Höchstleistungen hochschrauben, gerade ein Hansi Kürsch sein, der seine "Konkurrenz" mit seinem eigentlich "nur" in der Mittelage gesungenen Part völlig pulverisiert. Selten eine solch zum Zerbersten mit Kraft gefüllte Passage vernommen. Das musste mal gesagt werden! (sw)

8,5/10