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BABYMETAL - Babymetal

VÖ: 29. Mai 2015
earMUSIC

Babymetal, der Name ist Programm, denn für all jene, die den Medienhype um die Band noch nicht mitbekommen haben: Drei Mädchen machen jetzt Metal. Oder zumindest das, was diese dafür halten und haben das Ganze nun auf einer CD festgehalten, welche nun endlich auch in Europa veröffentlicht wird. Überall auf der Welt hat diese Band schon die Charts gestürmt und unter anderem für Lady Gaga den Support gemacht. Was ist also dran an dieser Band? Nun, zunächst einmal kommen diese drei jungen Damen aus Japan und kleiden sich in einem Outfit, welches dieses unterstreicht (Schulmädchenkleidung und Minirock) und bilden somit schon mal eine optische Querfront zu sonst eher anders gekleideten Bands im Metalbereich. Musikalisch wird es dann aber erst richtig interessant, denn von Reggae über Hip Hop, Electro und J-Rock ist tatsächlich auch richtiger Metal mit in dem Gemenge. Alles hat den Schwung von Anime-Intro-Musik und wirkt im Gegensatz zu der männlich dominierten restlichen Szene wesentlich weniger aggressiv. Aber (und dieses Aber kann man gar nicht groß genug schreiben) Babymetal rockt! Auf ihrer gleichnamigen Scheibe tummeln sich 14 Songs plus ein Bonus-Live-Track. Diese haben sowohl japanische, als auch englische Titel, wie beispielsweise "Gimme Chocolate!". Wie es ein solcher Titel vermuten lässt, sind die Lyrics dieses Albums an eine Zielgruppe U18 gerichtet. So wird aus der "Metal-Pommesgabel", die wir ja alle kennen, der Metal-Fuchs. Auch in den anderen Songs geht es um Dinge wie: "Wie spät ist es eigentlich" und "Schönen guten Morgen". Auch musikalisch wird hier eher eine Altersgruppe angesteuert, die zwischen 13 und 17 Jahren liegt, denn alles wirkt fröhlich und glücklich und wesentlich poppiger, als jede andere "Metalband" es sich trauen würde. Gerade das ist sowohl Problem, als auch großer Vorteil: Der Pop-Faktor ist immens und wirkt als Fluch und Segen zugleich. Segen, weil die gute Laune vorprogrammiert ist und die Lieder wirklich Spaß beim Hören machen. Fluch, weil es sicherlich von Seiten der Metalszene viel Kritik geben wird. Ich selbst kann mich gar nicht so recht entscheiden, wie man das Ganze sehen soll, denn ich vermute, dass es dieses Album sogar weit nach oben in die Charts schafft, da es dafür alles mitbringt: Innovation, Abwechslung, Ohrwürmer en masse, hochprofessionelles Mixing und Mastering, gute Laune und ein gewisses Maß an eigenem Flair. Was vielen fehlen kann, ist der Grundgedanke von Metal und anderer harter Musik. Es wird also eher als das härteste Pop-Album der Welt bekannt werden, und nicht als ein Metalalbum. Und wer sich deshalb davon abschrecken lässt, der wird eine durchaus interessante musikalische Erfahrung verpassen, jedem, dem aber mal der Geschmack nach Neuem steht und der seinen Horizont erweitern will, der wird hier durchaus mehr als genug Eindrücke gewinnen können. (zeo)

7,5/10