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BARONESS - Yellow & Green

VÖ: 20. Juli 2012
Relapse Records

Baroness holen zum großen Wurf aus. Nach Rot und Blau gibt es jetzt "Yellow & Green" gleich als Doppelalbum. Und die Jungs aus Georgia zeigen eindrucksvoll, dass sie dem Stempel der "Mastodon-Nachfolger" eigentlich schon immer, aber jetzt erst recht überhaupt nicht gerecht werden, sondern ihren vollkommen eigenständigen Weg gehen. Das hatte der Schreiber dieser Zeilen anno 2009 beim "Blue Record" auch noch nicht ganz begriffen (daher der große Punkte-Unterschied). Und nun stehe ich vor einem 18 Songs umfassenden Trip, den man fast schon als Anpeilung auf den (alternativen?) Mainstream verstehen könnte, wenn das Material nicht so verdammt tiefgründig wäre. Baroness schaffen es mit eigentlich einfachsten Mitteln, einen Monster-Spagat zwischen Leichtfüßigkeit und Melancholie, zwischen Schwermut und Unbeschwertheit zu vollziehen, der - egal in welche Richtung er tendiert - immer emotional gekonnt in Szene gesetzt wird. Großartiges Songwriting findet man sowohl auf der etwas flotteren "Yellow"- als auch auf der eher tiefgründigeren "Green"-Seite. Die Mischung macht es aus. Das lockere "Take My Bones Away" oder das fantastische "Sea Lungs", dagegen die subtil fröhlichen "Board Up The House" und "Mtns. (The Crown & Anchor)". Dazwischen Ergreifendes wie "Twinkler" oder "Strechtmarker", wobei Letzteres der kurze Soundtrack für einen Grillabend mit der Familie in der amerikanischen Einöde bei einem glutroten Sonnenuntergang sein dürfte. Unglaublich, mit welch Unbekümmertheit hier alle Facetten ineinander verwoben werden.
Auch wenn ich das Wort relativ selten benutze, aber so muss für mich ein Rock-Album klingen, welches sich zwar auf alte Wurzeln beruft, dabei aber den vermeintlichen Standards exzellent aus dem Weg geht. Kurzum: "Yellow & Green" ist absolut klasse! (sw)

9/10