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BLACK RAINBOWS - Pandaemonium

VÖ: 06. April 2018
Heavy Psych Sounds

Wer an Stoner/Doom/Fuzz-Sound aus Italien denkt, landet unweigerlich bei Ufomammut. Zumindest, wenn man wie der Autor dieses Reviews, bisher zu wenig in der römischen Musikszene gewühlt hat. Hätte man das getan, stöße man auf Black Rainbows um Mastermind Gabriele Fiori. Die Jungs aus Rom und Lazio spielen schon seit über elf Jahren einen sautiefen Stoner Rock, der von der allerersten Sekunde ins Ohr geht. Das Album ist bereits das sechste Vollzeitwerk der Jungs und die Ideen sind ihnen wahrlich nicht ausgegangen. Derartig eingängige Ohrwürmer liefern sonst eher Graveyard. Black Rainbows sind aber noch einen gutes Batzen tieftöniger und schwerer, als die schwedischen Psych-Rock Shooting Stars. Ganz besonders deutlich wird das schon beim dritten Track auf dem Album, "The Sacrifice". Der fängt eigentlich mit einem Riff an, das eher in der skandinavischen Stoner-Szene verortet wird (dieses klassische Hoch- und Runterspielen der Skalen). Der Song wird aber durch Vocals und Bass ein gutes Stück düsterer - ohne irgendwelche Ohrwurmqualitäten einzubüßen. Dabei paaren sich die Riffs immer wieder mit echten, authentischen 70er-Anleihen, die eher an Proto-Metal à la Saturn (SWE) oder Horisont (SWE) erinnern - nur eben ein gutes Stück heavier.
Hier und da driften die Regenbögen ein wenig zu weit in Richtung Pop-Rock ab. Bei "Ridin Fast Til The End Of Time" fehlt ein Stück weit die Kante, die ich von einer Fuzzband erwarte, der Song ist sehr easy-listening, plätschert zu viel vor sich hin und ist insgesamt eher uninspiriert. Das machen die Italienier aber mit Brettern wie "The Abyss" und "Grindstone" wieder gut.
Richtig an die eindeutigen Stilvorbilder wie Fu Manchu oder die erwähnten Graveyard kommt die Platte aber nicht heran - dafür sind die Riffs zu sehr in der Fahrrinne anderer Bands des Genres aufgegleist. Vor allem tut sich "Pandaemonium" schwer, einen roten Faden zu bilden. Die Songs sind mal eher feel-good-sunnyboy Desert Rock, mal düster(er). Gerade der zweite Song, "High To Hell" und das schon genannte "Riding Fast ..." sind sehr Fu Manchu-lastig: groovy, bassig, aber eben auch eher mit einer guten Stimmung versehen. "Grindstone" mit seiner superschweren Stampfer-Atmosphäre liegt wie ein Stopper dazwischen. Muss man nicht verstehen. Dennoch für Fans aus dem Bereich Stoner/Fuzz/Acid/Doom ein klarer Kauf. (jh)

7/10