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BLOOD OF SEKLUSION - Servants Of Chaos

VÖ: 11. August 2017
FDA Records

Auch Italien kann schwedisch. Aber Obacht, wer eine stumpfe Kopie erwartet. Nicht alles, was schwedisch knarzt, ist zugleich auch Selbiges. Dabei finde ich es sogar richtig gut, dass das Intro des Openers "The Desert Of Lost Souls" den Hörer kurzzeitig auf die falsche "Override Of The Overture"-Finte lockt, weil der Song selbst nämlich eine ganz andere Art der Einleitung darstellt. Auch das folgende "Theatre Of Madness" - dramaturgisch gesehen der echte "Opener" - ist zwar ein harter Song, der mit guten Tempowechseln und einigem kräftigen Donnergrollen das erste richtige Gewitter aber noch clever zurückhält. Das kommt nämlich an dritter Position mit "Unconventional Warfare". Danach haben die Death Metal-Pizzabäcker so richtig Fahrt aufgenommen und lassen ihren Höhepunkt sogar erst gen Ende vom Stapel ("Lands Of Desecration" und "The Sun Shines No More" gefallen am besten). Was war noch mit "keine stumpfe Kopie"? Nun, der knarzige HM2-Sound ist da, viele Basiselemente des Genres ebenso (klassisch: das Outro-Lead im Rausschmeißer "Amen"), die aber so in die Songs integriert und mit diversen anderen Kleinigkeiten angereichert sind, dass ich mich manchmal frage, ob eine anders tönende Produktion vielleicht nicht sogar interessanter gewesen wäre. Die Schlagzeugarbeit ist eine ganz andere und der kurze "Groove Metal"-Einstieg im Titelsong hätte auch eine ganz andere Aussagekraft, auch wenn danach der eigentlichen Genre-Verbundenheit entsprechend weiter gekeult wird.
Die sieben Punkte mache ich aber gerne voll, weil ich mir beim Hören gut den berühmten HM2-Verzerrer wegdenken kann und sich auf einmal breitere Möglichkeiten bei Blood Of Seklusion ergeben. Mal weiter beobachten. (sw)

7/10