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CALIBAN - Ghost Empire

VÖ: 24. Januar 2014
Century Media

Wirklich leicht machen es Caliban einem ja nicht. Das ziemlich genau zwei Jahre alte letzte Album "I Am Nemesis" hatte schon ein paar Neuerungen aufzuweisen (u.a. elektronische "Spielereien"), die nicht jedem "alten" Fan gefallen haben. "Ghost Empire" geht nun noch einige Schritte weiter: Dubstep Elemente, Country Klänge (!), Chöre, ein paar Djent-Riffs und teilweise etwas arg viel Bring Me The Horizon (was ja nun aber auch nicht unbedingt schlecht ist). Mit den Caliban, die von 2004 bis 2009 vier klasse Alben veröffentlicht haben, hat "Ghost Empire" allerdings nicht mehr allzu viel zu tun. Ich möchte sogar teilweise soweit gehen und sagen, dass der Ruhrpott-Fünfer vielleicht sogar ein bisschen seine eigene Identität verloren hat und mittlerweile wie fast jede x-beliebige "Impericon-Core-Band" klingt. Selbst das markanteste Markenzeichen der Band, das stets wiedererkennbare Organ von Fronter Andy Dörner, ist über weite Strecken kaum noch zu erkennen, da sich der gute Mann mittlerweile lieber an "richtigem" Gesang versucht. Schlecht klingt das zwar keineswegs, aber es ist eben nicht das, was ich von Caliban hören will. Ohnehin klingt mir "Ghost Empire" viel zu wenig nach Caliban und zu sehr nach aktuellen englischen Bands (neben den bereits genannten Bring Me The Horizon auch nach Architects). Vielleicht sind das alles nur Zufälle, vielleicht aber auch pure Berechnung (so wie das scheinbar krampfhaft auf Live-Tauglichkeit getrimmte "yOUR Song"). Hinzu kommt mit "nebeL" ein komplett deutschsprachiger Song mit Gast-Vocals von - natürlich - Basti von Callejon.
Doch ich will nun auch nicht alles schlechtreden. Titel wie das düstere "I Am Ghost" oder das treibende "Who We Are" sind wirklich klasse und insgesamt wird "Ghost Empire" natürlich rein gar nichts daran ändern, dass Caliban zusammen mit Heaven Shall Burn nach wie vor die Speerspitze des modernen deutschen Metals bilden. (maz)

7/10