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CALLEJON - Blitzkreuz

VÖ: 15. Juni 2012
Sony Music

Das vierte Album der Düsseldorfer muss viele Erwartungen erfüllen, wenn es nunmehr seit Monaten gehyped wird. Klar ist, dass sich Callejon ihrer Aufgabe sehr bewusst waren, als sie sich ins Studio begaben. Herausgekommen ist nun eine 11-Track CD mit dem Namen "Blitzkreuz", welches sich seit dem letzten Album "Videodrom" vor allem bei Fans als Kultsymbol für die Band fest etabliert hat. Der gleichnamige Opener, welcher bereits vorher als Video im Netz zu sehen war, setzt dabei sofort ein Fundament für die folgenden Tracks und zeigt schonmal zu Beginn, wo Callejon hinwollen: Mit einschlägigen Phrasen dem Hörer ihre Texte so tief es geht ins Hirn zu Brennen! Durch eingängige Melodien, die von den Gitarren getragen werden, verleihen diese dem Gesang und den Shouts von Sänger Bastian "BastBasti" Sobtzick Nachdruck, und so kann man wie bei jedem Song bereits nach einmaligen Hören sofort den Refrain und auserwählte Textpassagen mitgröhlen. Durch tiefgründige Texte wollen sie ihren Hörer wachrütteln und sprechen dabei viele Themen an, mit denen sich jeder identifizieren kann. Nach dem Einstieg greift die Band wieder dazu, sich an einem Film zu orientieren (ähnlich wie beim Vorgänger-Album "Videodrom") und behelfen sich dieses Mal an "Coyote Ugly" . Dabei stellen sie das Bild und Verhalten der Menschen im Allgemeinen in Frage und legen dabei vor allem Wert auf den Egoismus aller und bieten mit einem Refrain, der einen dazu zwingt mitzusingen, ein ungeheures Hörabenteuer. Ähnlich läuft es mit den anderen Songs, denn jeder einzelne gibt dem Hörer ein neues Erlebnis. Dass Callejon in ihrer mittlerweile 10-jährigen Karriere als Band, ihren eigenen Weg gefunden haben, merkt man bei jedem Song aufs Neue, denn jedes Wort scheint genau platziert zu sein, jede Note sorgfältig auserwählt, so dass jedes Mal der Hörer vor den Kopf gestoßen wird, um sich mit dem Text und Melodien auseinanderzusetzen. Komplett aus dem Rahmen fällt auf diesem Album der Song "Porn From Spain 2", der eine Fortsetzung des Songs des zweiten Albums ("Zombieactionhauptquartier") ist. Hier haben sich Callejon reichlich Unterstützung geholt (K.I.Z., Madsen, Kreator) und so hat der Song die ein oder andere Überraschung in der Hinterhand. Allerdings muss man dazu sagen, dass er vor allem inhaltlich nicht zu ernst genommen werden darf, denn er wirkt komplett entfesselt von den sonst so gefühlsbetonten Texten und Melodien. Abgeschlossen wird dieses Album mit dem epischen, relativ ruhigen "Kind im Nebel", der den perfekten Ausklang bietet und zunächst leichte Parallelen zu einem älteren Song ("Phantomschmerz", ebenfalls vom Album "Zombieactionhauptquartier") aufzuweisen scheint. Allerdings werden bei dem Vergleich die enormen Unterschiede deutlich, die Callejon seit damals ausmachen, und so kommt es, dass Callejon nun ihr bis dato bestes Album auf den Markt bringen, welches für mich bis jetzt das Album des Jahres ist! (zeo)

9,5/10