Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

CANDLEMASS - Psalms For The Dead

VÖ: 08. Juni 2012
Napalm Records

Für mich riecht es nach eiskalter Berechnung. Candlemass funktionierten mit Sänger Robert Lowe (Solitude Aeturnus) immer am besten auf Konserve. Da man ab sofort nur noch live tätig sein möchte, darf er das vorliegende letzte Album noch einsingen und wird kurz vor Veröffentlichung gegangen. Da verkommt folgender Satz aus dem Presseinfo jetzt glatt zur Realsatire: "Sänger Robert Lowe … klingt so, als wäre er schon seit den Gründungstagen ein Mitglied." Ganz schön verrückt. Und dabei übersieht man schnell, dass "Psalms For The Dead" ein wirklich gutes "Abschiedsgeschenk" geworden ist. Noch einmal gibt es auf neun Songs alle Facetten der Candlemass-schen Doom Kunst in Verbindung mit Lowe's einzigartigem Gesang zu bestaunen. Einziges Manko (?) ist die fast überall wabernde Hammond-Orgel, die auf einmal im Candlemass-Sound aufkreuzt. Der Sinn dahinter erschließt sich mir nicht, denn die Songs würden auch prima ohne die begleitenden (Gott sei Dank relativ stark im Hintergrund agierenden) Tastenklänge funktionieren. Versuchen wir also, das Sänger-Hickhack auszublenden und freuen uns über ein klassisches Doom-Album mit großer Klasse und tollem Abschiedsfeeling im Titelsong … nun, ganz ausblenden geht nicht. Vielleicht dürfen wir jetzt ja auch wieder auf ein neues Solitude Aeturnus-Album hoffen. (sw)

8/10