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CAPILLA ARDIENTE

Bravery Truth And The Endless Darkness

VÖ: 06. Juni 2014
High Roller Records

Da überlege ich mir heute recht, Sommer-Doom ist auch nicht schlecht. Den richtig guten Stoff kann man nämlich das ganze Jahr über genießen. Und Capilla Ardiente haben es richtig drauf. Der Procession-"Ableger" hat sich seit der 2010er "Solve Et Coagula"-EP echt Zeit gelassen, hatten die beiden Hauptakteure Felipe Plaza und Claudio Botarro mit Procession genug zu tun. Letzterer ist aber hier der Federführer im Gegensatz zu Procession, obwohl die Vibes die Selben sind. Vier groß angelegte Songs zwischen zehn und elf Minuten gibt es hier zu bestaunen und zu erleben. Botarro hat hier noch eher ein Faible für die langsameren, noch schwereren Sounds, die Riffs klingen wirklich ein wenig nach einer Bass-Basis und seine eigene Bass-Arbeit (inklusiver zweier Soli!) ist es wirklich wert, erkundet zu werden. Mag man wirklich einen Vergleich heraufbeschwören, so sind Capilla Ardiente nicht so ganz heroisch wie Procession und auf einem sehr Rhythmus-betontem Level vielleicht etwas verspielter. Bei Refrains wie "Nothing Here For Me" oder "They Who Were Lost And Now Are Found" muss aber jeder mit der Zunge schnalzen und das starke Tapping-Ende von "Into Unknown Lands" kann man einfach nur bringen, wenn in der Musik die richtig Seele ruht. Und solange die Herren Plaza und Botarro weiterhin solche Powerpakete abliefern, ist es mir egal, ob da nun Capilla Ardiente oder Procession draufsteht. (sw)

8/10