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CARNAL DECAY - You Owe You Pay

VÖ: 10. Februar 2017
Rising Nemesis Records

Die Schweiz: mal deutsch- mal französischsprachig. Nix EU, schön versuchen, zwischen den ganzen anderen Ländern die Eigenständigkeit zu halten.
Übergang zu Carnal Decay - Schweizer, wusstet ihr, gell?! Das mit der Eigenständigkeit halten, versuchen sie genauso und wechseln auch gekonnt zwischen bzw. mit zwei Dingen. Zum einen ist es Blast-geschwängerter US-Death Metal, der auch mit entsprechenden Riffs aufwartet, zum anderen ist es die von Old School Fanatics so verhasste "Core"-Seite, die sich in amtlichen Hardcore-Grooves niederschlägt, aber auch nicht vor fast Beatdown-artigen Stops Halt macht. Diese wiederum schlagen aber mehr in Richtung Hatebreed und Konsorten aus - also mehr in die "echte Kerle"-Ecke. Das Geile daran ist, dass die Band mit dieser Mischung sehr wohl in der Lage ist, sich Freunde in beiden Lagern zu machen, ohne irgendjemanden groß zu verprellen. Alle zehn Songs fahren auf diesem Rezept gut und erzeugen dabei hauptsächlich eines - mördermäßigen Druck! Wundert mich auch nicht, denn man hört ganz genau, dass die Truppe das nicht erst seit gestern macht. Bei bereits drei Longplayern seit 2006 echt kein Wunder. Man könnte Carnal Decay eine gewisse Gleichförmigkeit vorwerfen, wird aber von der Soundwand so dermaßen mitgerissen (an einem schlechten Tag aber auch mal erschlagen), dass dieser Punkt gerne mal untergeht. So direkt die Musik, so auch die Lyrics. "1, 2, 3, 4, Motherfucker on the floor!" ist ein Erguss aus "Not Worth A Bullet", aber wenn du einen Schlag nach dem nächsten in die Fresse bekommst, dann wird auch nicht lange um den heißen Brei herumgequatscht.
Fazit: Nicht der brennende Busch, aber eine massive Angelegenheit, die sich Fans von (qualitativ nicht erreichten) Größen wie Suffocation, Misery Index oder eben Hatebreed ruhig mal zu Gemüte führen sollten. Eure Nachbarn werden es euch danken … (sw)

7,5/10