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CARNATION - Chapel Of Abhorrence

VÖ: 17. August 2018
Season Of Mist

Old School Death Metal zu (re)produzieren hat mehrere Seiten. Man kann es extrem außergewöhnlich machen (Gruesome), sich metertief vor den eigenen Einflüssen verbeugen (z.B. Fatalist) oder einfach das Herz sprechen lassen, was die Noten mit, mit der Muttermilch aufgesogenen, Leidenschaft (z.B. Skeletal Remains, Slaughterday) oder gar voller verehrungsvoller Besessenheit erklingen lässt (z.B. Degial, Tomb Mold). Carnation geben mir von all dem genannten irgendwie so gut wie gar nichts. Das belgische Quintett offeriert in den 47 Minuten elf Songs, die mit Sicherheit jedem Death Metal Fan (schwedischer, teils amerikanischer Prägung) richtig gut reingehen werden. Druckvoll, vehement, permanent drückend. Aber wie Kollege Oliver in seiner Review zur 2015er EP "Cemetery Of The Insane" bemerkte, es fehlt "… irgendetwas wie Innovation, eine eigene Duftmarke". Zugegeben, die Produktion klingt nur entfernt nach Sunlight, die eingestreuten Blasts sitzen (vielleicht zu genau?) wie eine Eins, aber der Funke will nicht vollends überspringen. Die guten Genre-Riffs wollen in meinen Ohren einfach nicht mehr als gut werden, die kernig-kraftvollen Vocals werden auf Dauer eindimensional und daher charakterlos. Da hilft der gute Wille aufgrund von Genre-Verbundenheit auch nicht. Ich bin mir einfach nicht sicher, ob dieser Longplayer mit fortschreitender Existenz nur noch durchgereicht wird. Aber irgendetwas lässt mich vermuten, dass nicht mehr als "für Komplettisten"-Status drin sein wird. (sw)

6/10