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CARNIFEX - Die Without Hope

VÖ: 07. März 2014
Nuclear Blast

Was im Metalcore gilt, ist im Deathcore nicht anders: Irgendwann hat sich ein "Trend-Genre" totgelaufen. Man wartet vergeblich auf neue Impulse, neue Ideen und interessante neue Bands. Letztendlich überleben wie immer nur die Stärksten, eine Vielzahl an Bands bleibt auf der Strecke, während andere ihren Sound modifizieren und verfeinern. "Die Without Hope" wird vom Label zwar immer noch schlicht als Deathcore deklariert, aber damit tut man dem San Diego-Fünfer wohl kaum einen Gefallen, denn an Deathcore erinnert hier nur noch sehr wenig (im Gegensatz zu den Anfangstagen der Band). Natürlich ist der Death Metal modern und wird so manchem Todesmetall-Puristen wohl eher weniger zusagen - auch wenn die Durchschlagskraft von Carnifex mittlerweile berechtigterweise vermehrt mit u.a. Misery Index verglichen wird.
Interessant an diesem fünften Album sind sicherlich die Nuancen von symphonischem Black Metal (!), die nicht nur im Titelsong durchaus mal an Dimmu Borgir denken lassen. Dazu scheut man sich ebenfalls nicht davor, auch mal ein paar ruhigere Keyboardklänge einzufügen ("Condemned To Decay"), somit geschickt das Tempo herauszunehmen und für die (gerade im Deathcore) so bitter nötige (und meistens sträflich vernachlässigte) Abwechslung zu sorgen.
Ansonsten regiert auf "Die Without Hope" moderner und technischer Death Metal, der sich an Bands wie The Black Dahlia Murder, Suicide Silence oder auch Suffocation ("Dark Days") orientiert und mit dem zwar guten, aber zugegeben etwas "stumpfen" Vorgänger "Until I Feel Nothing" (2011) nicht so ganz viel zu tun hat. Trotzdem gleicht auch "Die Without Hope" (dem Titel entsprechend) einem unbarmherzigen Todeskommando und bohrt sich präzise und tief in den Magen. Ob Carnifex hier nun ihr bestes Album abgeliefert haben, sollen andere beurteilen - auf jeden Fall ist "Die Without Hope" das abwechslungsreichste und ausgereifteste Album der Truppe. (maz)

8/10