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CARNIFEX - Hell Chose Me

VÖ: 19. Februar 2010
Victory Records

Was sich spätestens 2008 mit dem zweiten Album ("The Diseased And The Poisoned") des kalifornischen Deathcore-Quintetts Carnifex abzeichnete, nimmt nun mit "Hell Chose Me" seinen logischen und konsequenten weiteren Verlauf. In einer Zeit, in der moderner Brachial-"Death-irgendwas"-Metal immer mehr ins Rollen kommt, treffen natürlich auch Carnifex voll ins Schwarze. Zehn Songs in 34 Minuten sprechen da eine deutliche Sprache. Man holzt sich von Beginn an erbarmungslos durch's Dickicht, und bereits nach dem starken Opener und Titelsong, ballert sich Drummer Shawn Cameron beim folgenden "Dead Archetype" quasi um den Verstand. Technisch ist "Hell Chose Me" auf höchstem Niveau, dazu trotz aller Brachialität immer wieder auflockernde Breakdowns, die bei den reinsten Abrissgranaten wie "Heartless" zumindest kurz für eine Verschnaufpause sorgen. Doch Verschnaufen ist bei Carnifex nicht wirklich angesagt - zehn Songs in fast schwindelerregendem Hochgeschwindigkeitsrauch. Das Songwriting konnte im Vergleich zum (ohnehin schon starken) Vorgänger nochmals gesteigert werden, die Songs sind trotz aller infernalischen Boshaftigkeit trotzdem meist hochmelodisch, Sänger Scott Lewis growlt, grunzt und faucht sich abgrundtief angepisst durch die durchweg starken Songs, und die Produktion ist genau so, wie sich das für ein Album dieses Genre gehört. Wem die schleppenden, leicht doomigen Parts bei Suicide Silence zu "langsam" sind, und wem die Songs von Job For A Cowboy manchmal zu eintönig erscheinen mögen, der liegt mit "Hell Chose Me" in der goldenen Mitte. Für mich ganz klar das Extrem-Metal-Album der letzten Monate! So, und nun das Ganze nochmal von vorne … (maz)

8,5/10