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CARNIFEX - Slow Death

VÖ: 05. August 2016
Nuclear Blast

Funfact: Carnifex ist alt-lateinisch für "du kriegst jetzt so hart ein Brett in die Fresse geschlagen, bis du dein Hirn riechen kannst". Zumindest steht es so in den Geschichtsbüchern, da bin ich mir gaanz sicher. Wollen sie jetzt mit "Slow Death" etwa neue Geschichte schreiben? Müssen Kinder in der Schule bald neue Definitionen für Carnifex lernen? Schauen wir doch mal, was die zehn neuen Songs so zu bieten haben. Mit "Dark Heart Ceremony" haben wir zunächst eine Minute lang ein sterbenslangweiliges Intro. Da das Intro nicht alleine ist, sondern in den folgenden Song integriert ist, kann man nicht einfach das Intro überspringen, sondern müsste, immer wenn man den Song hören, will das Intro mithören oder vorspulen. Wer macht so etwas? Kundenfreundlich ist das ja nicht. So genug über das Intro gelästert, kommen wir zur richtigen Musik. Mein erster Gedanke: "Slow Death" passt. Denn man ist tatsächlich langsamer geworden. Die Musik fühlt sich langsam an. Ich tippe auf 60-70 bpm. Zu langsam, um wirklich mitgerissen zu werden, kein Headbanger-Feeling, eine schwache Doublebass und erst zum Breakdown zeigen die Gitarren wirkliche Präsenz. Ein unbefriedigender Start. Nummer zwei ist der titelgebende Song "Slow Death", welcher direkt mächtiger und imposanter auf die Tube drückt. Carnifex brauchen den Druck nach vorne, in höheren Geschwindigkeiten drehen sie auf. Sie können sehr schnell unterwegs sein oder auf Breakdowns richtige Massaker auf den Takt knallen. Doch in den Zwischen-Geschwindigkeiten, bleiben Carnifex auf einem Level, welches ihnen nicht gerecht wird. "Necrotoxic" ist ein Beispiel für das, was sie können. Dort wird Atmosphäre aufgebaut und mit düsterer Stimmung und Breakdowns ein Schlachtfest geboten. Gerade der Übergang von Gitarrensolo zu Breakdown zu Fade-out ist sehr gut umgesetzt. Nach 37 Minuten erklingt die letzte Note bei "Slow Death" und das war es dann. 37 Minuten mit einer Performance, die ich wirklich nicht erwartet habe. Vieles klingt repetitiv, erzeugt keine Atmosphäre und auch insgesamt springt einfach kein Funke über. "Slow Death" ist einschläfernd und erfüllt meine Erwartungen in keiner Weise. (zeo)

6/10