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CARNIFEX - Until I Feel Nothing

VÖ: 28. Oktober 2011
Victory Records

Das vierte Album von Carnifex ist genau der massive Rundumschlag geworden, den ich erwartet und erhofft hatte. Abzüglich des Intros bleiben 30 Minuten Spielzeit und neun Songs übrig, nach deren Durchlauf zweifelsohne ein fettes Ausrufezeichen im Raum stehen bleibt. Falls jemand die knapp wirkende Spielzeit bemängeln sollte: Es kommt bekanntlich nicht auf die Quantität, sondern auf die Qualität an. Carnifex gehören spätestens seit ihrem 2010er "Hell Chose Me"-Album zur absoluten Spitze des Deathcore und diese Stellung wird mit "Until I Feel Nothing" nochmals eindrucksvoll untermauert. Zwischen The Black Dahlia Murder, Suicide Silence und Job For A Cowboy schütteln die fünf Kalifornier die massiven und zugleich höchst präzisen Geschosse nur so aus dem Ärmel. Wo sich andere Deathcore-Bands schnell wiederholen, haben sich Carnifex eindrucksvoll weiterentwickelt und wagen sogar Experimente: Da ertönen bei "Curse My Name" plötzlich dezente Keyboardflächen und "Creation Defaced" wird mittendrin von einem fast schon verträumten Piano-Part ausgebremst - und beide Songs atmen sogar einen Hauch Schwarzmetall (Stichwort: Bleeding Through) und lassen plötzlich den Namen Dimmu Borgir in meinem Kopf kreisen. Oder nehmen wir einfach mal den Titelsong, der ebenfalls mit einem akustischen Part überrascht. Das alles klingt keinesfalls aufgesetzt oder konstruiert, sondern ist genau das, was man immer so gerne in dieser Szene bemängelt, nämlich die bei den meisten anderen Bands fehlende Weiterentwicklung. Carnifex haben einmal mehr alles absolut richtig gemacht und eine extrem aggressive und brutale Deathcore-Scheibe rausgebracht (perfekt produziert von As I Lay Dying's Tim Lambesis), die dennoch den einzelnen Stärken der Bandmitglieder genügend Freiraum zur Entfaltung gibt - und dass Fronter Scott Lewis eh einer der Besten in diesem Genre ist, ist ohnehin bekannt. Ich ziehe meinen Hut! (maz)

9/10