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CHEVALIER - Chapitre II (EP)

VÖ: 21. September 2018
Gates Of Hell Records

Uff! Ich habe mich doch gerade erst vom Schock erholt, als Ende April die erste Chevalier-EP endlich auf Label-Wegen über mich hereinbrach und mir den Kopf verdrehte. Jetzt legen Gates Of Hell Records bereits die nächste EP nach (von der Band im Februar veröffentlicht und schon ausverkauft!) und Chevalier werden allmählich zu einer ernsthaften Bedrohung! Zumindest ich drohe, dem Sound der Finnen wirklich zu verfallen. Gegenüber "A Call To Arms" fällt sofort der krachende Sound auf, der immer noch mehr als genug Hall besitzt, aber direkter und richtig bissig auf Angriff gepolt ist. Und mit einem Opener wie "The Messenger" kann man nur gewinnen. Zurückhaltender Einstieg, dann mit flirrenden Gitarrenläufen auf Tempo, um dann mit harten Riffs in Strophen leiten, die in dieser Form fast wie eine Thrash-Version von Omens "Teeth Of The Hydra" daherkommen - mein Nacken tut jetzt schon weh! Der Gesang von Frontfrau Emma Grönqvist (ja, dieses Mal als Weiblichkeit erkennbar - gut gemacht Herr Produzent!) polarisiert weiterhin perfekt und verzaubert die US Metal Fanatiker. Nur ein Song und ich bin schon platt. Ohne Kampfpause hämmert das US-lastige "Wrath Of Steel" weiter drauflos - Emma stösst am Ende in Galaxien vor (die nie ein Mensch zuvor gesehen hat …), dass es mir die Sprache verschlägt. Nach dem ebenfalls erstklassigen "The Curse Of The Dead Star" (großartiger Speed-Part in der Mitte) wird einem erst bewusst, was hier Sache ist. Chevalier haben sich das (fast) naiv Ungestüme von "A Call To Arms" behalten, es aber durch noch mehr Präzision ergänzt, bleiben irgendwie kauzig und fast schon besessen traditionell, was in der Summe a) richtig gefährlich für die Konkurrenz wird, und b) die Erwartungshaltung auf das Longplay-Debüt ins Unermessliche schraubt.
Und apropos "kauzig": Als Bonus, im Gegensatz zur Band-Version der EP, gibt es hier noch das Brocas Helm-Cover "Fly High". Und jetzt kommt ihr! (sw)

8,5/10