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CHURCH OF MISERY - And Then There Were None

VÖ: 04. März 2016
Rise Above Records

Die bereits 1995 gegründeten japanischen Sludge/Doom Pioniere konnten hier bei uns bis jetzt nur bedingt Bekanntheit erlangen, haben allerdings schon mit Saint Vitus, EyeHateGod, Orange Goblin, usw. getourt. Mit diesem Album kommt jetzt auf jeden Fall ein schöner Kontrast zur derzeitigen Stoner/Sludge/Doom-Bewegung in Europa und den USA.
Mit einem leicht verstörenden Intro, in dem man Hack-Geräusche und Schreie hört, die auch nach mehrmaligem Hören nicht angenehmer werden, wird man reingeholt. Reingeholt in einen bluesigen Groove-Sludge, der nicht nur wegen des Intros prima als Soundtrack für einen dieser 90iger Kultfilme funktionieren würde. Auch wenn Natural Born Killers oder Reservoir Dogs andere Soundtracks haben, könnte diese Platte super reinpassen. Hier werden musikalisch recht ruhige und lange Songs mit langen dreckigen Riffs und einer dreckig groovenden Stimme gepaart. Die Stimme erinnert an typische kreischende Sludge-Vocals, bloß extrem gechillt. So wird man gerade durch Songs wie "Make Them Die Slowly" verstörend chillig durch das Album geleitet. Immer wieder kommt die Szene aus Reservoir Dogs hoch, bei der singend und tanzend das Ohr des Gefesselten abgeschnitten und er am Ende mit Benzin überkippt wird. Das Album bekommt so einen schönen psychopatischen Touch. Die meisten Songs sind auch durch reelle Mörder inspiriert. Es wird mit Nachrichten Samples gearbeitet, bei denen es natürlich um die Morde und Suizid geht. So auch in "Doctor Death", welcher zudem mit einem sehr prägnanten Schlagzeug einsetzt. Immer wenn es auf "And Then There Were None" mal schneller wird, geht es stark in die Rock'n'Roll Richtung, wobei das Ganze nie an Groove verliert. "River Demon" zeigt den Mix zwischen den langsamen und schnellen Parts richtig gut.
Wem diese extrem ruhige und entspannte musikalische Untermalung brutaler Morde nicht zu krank ist, wird daran Gefallen finden. Für mich klingt es wie eine Soundtrack-Bewerbung auf den nächsten Tarantino Film. (kdz)

8/10