Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

CONDOR - Unstoppable Power

VÖ: 28. April 2017
High Roller Records

Gutes Timing! Da sprach ich just Anfang des Monats mit David von Havok (siehe aktuelles Interview) über das Thema "Intensität vs. Hookline im Thrash Metal" und schon liefert das norwegische Trio Condor mit seinem zweiten Longplayer ein Beispiel, mit dem sich das Thema breit treten lässt. Ich bin ein Fan von Old School Thrash, der rabiat, von jungen Wilden mit leichtem Wahnsinn, ohne Rücksicht auf Verluste durch die Botanik geprügelt wird. Womit wir den Punkt der Intensität schon mal positiv abgehakt hätten. Hooklines müssen nicht immer sein, solange die Songs bei massiver Intensität spannend bleiben. Wer erinnert sich da nicht an die letzte Warbeast - traumhaft! Was Condor hier aber treiben, ist ein permanenter Angriff auf die Lauscher von 36 Minuten und 21 Sekunden, in denen ich sogar schon begann, mal einen Song weiter zu skippen, weil mir zu wenig passiert. Die Destruction/Kreator-Konservierung ist hochenergetisch, die Gitarrenarbeit angriffslustig, aber auf Albumlänge von sich wiederholender Natur. Hier und da wird noch ein Tupfer hineingeschwärzelt, aber im Endeffekt denke ich immer wieder an völlig durchgeknallte Schergen wie Deathhammer oder Nekromantheon (oder selbst die weitaus Speed Metal-lastigeren Ranger), denen der Schalk einfach gekonnter im Nacken sitzt. Als Genre-affiner Freak gebe ich noch sieben Punkte, mehr ist aber nicht drin.
Und für das Protokoll: Die Band verneint ausdrücklich die Anlehnung des Albumtitel an Agent Steel. Hätten wir das auch geklärt. (sw)

7/10