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CORONER - No More Color (Re-Release)

VÖ: 18. Mai 2018
Century Media

Lassen wir Business Business sein. Denn irgendwo da steht wohl geschrieben, warum die Re-Releases der ersten drei Coroner-Longplayer nicht zur derzeitigen "Noise Records revisited"-Reihe gehören (Kreator, Celtic Frost, Tankard, Running Wild, …). Hinzu kommt die Tatsache, dass die vorliegenden Versionen komplett ohne Bonustrack auskommen (müssen?).
Wann kam eigentlich der Terminus "Techno Thrash" auf?! Zumindest rangier(t)en Coroner mächtig weit vorne. Drei Alben in drei Jahren, das ist amtlich und so legten sie mit dem dritten Longplayer "No More Color" ihr zum damaligen Zeitpunkt bestes Werk ab. Das Songwriting war noch mal besser geworden, technisch eh längst über jeden Zweifel erhaben, trat das Trio noch fokussierter auf, was die kraftvolle Produktion von Pete Hinton (Saxon) exzellent in Szene setzte. "No More Color" klingt schlichtweg nach einer echt gereiften Einheit.
Derweil muss ich immer noch daran denken, wie ich durch das Video von "Masked Jackal" (vom Vorgängeralbum) damals zwar angefixt war, mich aber als kleiner Pimpf durch den experimentellen Abschluss "Last Entertainment"“ (nebst Video) nicht in meinen Erwartungen bestätigt fühlte und bei dem Song immer umgeschaltet oder vorgespult habe … wäre ich mal mutiger gewesen, dann könnte ich heute "Techno Thrash"-Perlen wie "Die By My Hand", "Read My Scars" (ein auf den Punkt gebrachter Tempoausbruch für das Solo), "Why It Hurts" oder das fies beklemmende "D.O.A." im Schlaf mitbangen ohne mir bei den geilen Breaks und Licks den Hals zu brechen.
Aber andererseits - wenn ich euch fast 30 Jahre nach Erstveröffentlichung trotzdem sagen kann, wie stark dieses Album bzw. die Band ist, dann hat das insofern Gewicht, als dass es mich überhaupt nicht stört, die Band jetzt erst richtig kennen zu lernen. (sw)

8,5/10