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CRIMFALL - The Writ Of Sword

VÖ: 01. April 2011
Spinefarm Records

"Can you say epic?" fragt mich das Presseinfo. Klar kann ich, aber kann sich dieses finnische Quintett auch mal entscheiden, was es will? Denn als Fan von Turisas, Moonsorrow und Finntroll (so wird es angepriesen) hat man mit Sicherheit erst mal Schwierigkeiten mit der Produktion aus dem Hause Jens Borgren, die eher nach Mercenary, Volbeat und Konsorten tönt. Zweites Augenmerk liegt auf dem gleichberechtigt eingesetzten, weiblichen Gesang von Helena Haarparanta, die auf jeden Fall zu den angenehmeren Stimmen gehört. Nun die Musik. Allein der Opener "Storm Before Calm" tönt speziell im Gitarrenbereich fast schon modern, während im Hintergrund eine opulente Orchestration so etwas wie Soundtrack-Atmosphäre erschafft. Erst ab "Frost Upon Their Graves" kann man die Folk-Einflüsse der Band greifen. Crimfall passen aber definitiv nicht in die "Humppa mit Trinkhorn im Anschlag"-Schublade. Dafür haben die klassische Verarbeitung viel zu viel Tiefgang. Es gelingt der Band sogar erfolgreich, eine Schneise in fast paganistische Black Metal-Gefilde zu schlagen ("Shackles Of The Moirai", "Silver And Bones"), um trotzdem wieder die Wendung zu cineastischem Stoff zu kriegen. Wahrlich kein leichtes Unterfangen. Alles in allem ein Album, das gekonnt auf mehreren Hochzeiten tanzt, dabei aber glaubhaft bleibt und sich wohltuend von den ganzen Nachwuchs-Möchtegern-Battle Metallern abhebt. (sw)

7,5/10