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CRUCIFYRE - Post Vulcanic Black

VÖ: 09. Februar 2018
Pulverised Records

Leichte Sounderweiterung im Hause Crucifyre, die dem knackigen Line Up-Wechsel geschuldet sein könnten. Laut meinen Recherchen haben wir nun komplett neue Saiten-Bediener, während Drummer Yasin die Konstante bleibt und das Mikro des zu Under The Church gewanderten Fronters Erik Sahlström wird durch Karl Buhre übernommen. Da erscheint es irgendwie schon logisch, dass der dritte Longplayer der Schweden zugleich auch der bis dato vielschichtigste ist. Gleich der eröffnende Titelsong ist ein erwartungsvoller Beginn in doomiger Manier und viel Slayer in den Gitarren, der neue Mann Karl Buhre klingt vielversprechend und gar nicht so weit von seinem Vorgänger entfernt. Danach "Thrashing With Violence" - ja, und wie! Granaten-Song, genau auf den Punkt, ohne Firlefanz, sauber! Kehrtwendung mit "Mother Superior's Eyes", der sich als mächtiger Midtempo-Riffer entpuppt und einen echten Dark Rock-Refrain aufweist - nun, das ist neu. Am Anfang von "War Chylde" möchte man schon laut "Mercyful Fate!" rufen, dazu aber später. Zudem der Titel Derbheit verspricht und das auch hält. In "Hyper Moralist (Deemed Antichrist)" sind auf einmal deutlich Seventies Vibes zu spüren, wobei sie immer noch mit der Grundlage der Crucifyre-schen Thrash/Death/Venom-Verliebtheit kredenzt werden - damit kann ich leben. Bei "200 Divisions" überrascht eigentlich nur der fast cleane Refrain, während die Nummer ansonsten gut treibt. "Död Människa?" mimt den schwedischen Schweine Thrash-Rocker und bekommt direkt danach vom Speed Punker "Murder And Sex And Self-Destruction" ("Sex, Murder, Art" war ja seit Ende der Achtziger belegt …) Rückendeckung. Noch mal zum Thema Mercyful Fate. Der vorletzte Song nennt sich "Copenhagen In The Seventies" - noch Fragen? Hört euch einfach mal den Text im Refrain an. Das ist so charmant, das muss man einfach gut finden. Und mit "Serpentagram" lassen "die neuen" Crucifyre ihr drittes Album düster-rockig ausklingen und lassen mich eigentlich nur mit einer Bitte zurück. Gegen die leichte Neuausrichtung habe ich gar nichts, denn "Post Vulcanic Black" ist ein starkes Album … und das Cover ist schön gruselig. Aber übertreibt es nicht mit den Siebziger-Einflüssen, sonst kommt ihr irgendwann in meinen "Bäh!"-Karton. (sw)

8/10