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(DAMN) THIS DESERT AIR - Distance Wait

VÖ: 09. April 2010
Bastardized Recordings

Es ist immer wieder erfreulich, wenn eine erfolgreiche und gute Band das nächste starke Album abliefert, oder sich eine Band nach einer kleinen Auszeit wieder amtlich zurückmeldet - aber am interessantesten sind für mich immer noch völlig unbekannte Bands, an die man ganz unbefangen und im Grunde ohne jegliche Erwartungen herangeht, und dann wie aus dem Nichts förmlich vom Stuhl geblasen wird. Und genau das ist bei (Damn) This Desert Air aus New Jersey der Fall. Nach einer selbstveröffentlichten EP und einer 7"-Split-Single steht mit "Distance Wait" nun die erste offizielle Veröffentlichung auf CD ins Haus, und die kommt ungewöhnlicherweise über Bastardized Recordings - also dem kleinen deutschen Label, das vor allem für die etwas brachialeren Metal-Bands bekannt ist - und da scheinen (Damn) This Desert Air irgendwie so gar nicht hinzupassen, denn vom Metal ist man meilenweit entfernt. Das Quintett spielt eine hoch atmosphärische Alternativ-/Space-Rock-Variante, die vor allem an die US-Band Failure (1990-1997) erinnert, aber trotz des 90er-Jahre Grundtenors absolut modern, druckvoll, höchst technisch und absolut spannend ist. Dabei schafft man das Kunststück, trotz aller Komplexität zwar eingängig, aber eben nicht radiokompatibel zu sein. Melodische Riffs, meist melancholische Grundstimmung, erstklassige Songs (leider nur fünf plus ein Remix), vereinzelte leichte Ausbrüche in Richtung Post-Hardcore ("Ghost I Own"), ruhig-atmosphärische, fast schon ambient-artige Gänsehaut-Balladen ("Made Of Gold" - verstärkt mit einer 3. Giatrre), und zwischen all den feinen und ausgeklügelten Tönen und Noten hört man hier und da auch ein bisschen Tool, Deftones und Audrey Horne heraus. (Damn) This Desert Air zeigen auf "Distance Wait" wie moderner, anspruchsvoller und vielseitiger Rock klingen muss. Man zieht sämtliche Rockregister und liefert eine absolut feinfühlige aber satte Soundwand ab. Anspieltipp: Das absolut riff- und gesangsstarke "Your Atlantis".
Zweifelsohne eine ganz dicke Überraschung einer höchst interessanten Band, die man zukünftig unbedingt im Auge behalten sollte. (maz)

8,5/10