Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

DANTE - November Red

VÖ: 25. Januar 2013
Massacre Records

Mein erster Gedanke kurz nach Beginn der CD: Mensch, schon lange keinen Prog mehr gehört. Und dann auch noch ein Wiedersehen mit Dante, die im Jahre 2008 die erste besprochene Eigenproduktion für mega-metal.de darstellten. Seitdem ist viel Zeit vergangen, die Band ist offensichtlich reifer geworden und präsentiert mit ihrem nun dritten Album "November Red" ein verdammt ambitioniertes Werk. Beim Thema Dante und Prog muss man sich im Vorfeld zweier Adjektive entledigen. Erstens "verkopft" - denn das sind sie wahrlich nicht. Trotz eines hohen technischen Anspruches sind die Songs allesamt nachvollziehbar, intelligent arrangiert, akzentuiert umgesetzt und mit einer Lebendigkeit versehen, die das Hören über die gesamte Strecke (sieben Song in einer Stunde) spannend macht. Das zweite wäre "angestaubt" - was Dante ebenfalls nicht sind. Da man mit den Gitarren schon mal etwas in die Knie geht, ergibt sich eine interessante Tiefe im Material. Stellt man sich mal eine Heaven Shall Burn-Produktion bei "The Lone And Level Sands" vor, der Beginn wäre fast schon ein klassischer Beatdown, der in Verbindung mit dem einsamen Klavier glatt an Dark Tranquillity erinnern würde. Doch die Produktion von "November Red" ist organisch und gibt jedem Instrument seinen Raum und guten Nährboden für den Gesang von Alexander Göhs, der mit seiner eher Rock-orientierten Stimme ebenfalls abseits der gängigen Prog-Klischees arbeitet. Die Jungs aus Bayern haben den Dreh sehr gut raus und beweisen wirklich ein erstklassiges Händchen in starken Songs wie dem Opener "Birds Of Passage" (sofort zündender Refrain), "The Day That Bled" (in dessen Verlauf das Synthie-Solo sogar am Ayreon-Universum anklopft) oder dem flotten "Shores Of Time". Ein wohliger Lichtblick in der deutschen Szene! (sw)

8,5/10