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DARK FOREST - Beyond The Veil

VÖ: 26. August 2016
Cruz Del Sur Music

Während ich diese Zeilen schreibe, regnet es draussen, obwohl es warm ist. Assoziieren wir Regen mit Melancholie und Nachdenklichkeit bzw. die Wärme mit dem Gefühl von innerer Wärme und Geborgenheit, kommt es mir so vor, als hätten Dark Forest gewusst, dass mir ihr Sound gerade jetzt sehr gelegen kommt. In ihrem neuen 70-minütigen Wunderwerk ziehen die Engländer wirklich alle Register ihres exquisiten Könnens und erinnern mich nicht selten daran, wie frühere Blind Guardian bereits Folk/Medieval-Melodien/Atmosphäre auf ernsthafte und emotionale Weise in einen griffigen Metal-Sound integrier(t)en. Allein ein sechsminütiges Instrumental ("Mên-An-Tol") mit dieser Flut an Folk-Melodien zu füllen und dabei nicht kitschig oder überladen zu wirken, ist große Kunst. Das "Problem" ist, dass man das über das gesamte Album sagen kann und auch muss. Die treibenden Galopper-Riffs, garniert mit massig Twin-Gitarren vom Feinsten, geleitet von Josh Winnard's glasklarer Stimme - alles zusammen macht aus jedem Song ein kleines Juwel. Der Form halber kann ich ja noch Song-Tipps geben. "On The Edge Of Twilight" als fast schon subtiler Opener mit Langzeitwirkung, gefolgt vom direkten "Where The Arrow Falls" und dem traumhaften Übersong "Autumn's Crown" - und das waren nur die ersten drei Songs. Ihr werdet schnell feststellen, dass ihr wie gebannt bis zur letzten Sekunde des finalen Longtracks "The Lore Of The Land" an diesem Album hängen werdet.
Fazit: Die dezenten Mängel des Vorgängers "The Awakening" haben die Engländer auf jeden Fall sauber beseitigt und legen halt mit ihrem vierten Album (anstatt dem dritten) ihr "make it or break it"-Opus vor. Die Punktezahl dürfte als Antwort genügen. Fantastisch! (sw)

9/10