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DARK FORTRESS - Ylem

VÖ: 22. Januar 2010
Century Media

"Ylem" ist bereits das sechste reguläre Album der 1994 gegründeten Band aus Landshut, und ist - typisch für die Band - immer wieder für musikalische Überraschungen und Ideen gut.
Während im Opener und Titelsong noch schneller und eingängiger Black Metal vorherrscht, gibt es beim nachfolgenden "As The World Keels Over" bereits das erste Break, man setzt auf ruhige, atmosphärische, fast schon doomige Klänge, "quält" sich behutsam-bedrohlich durch den Song, und im anschließenden "Osiris" werden wiederum sämtliche Hitqualitäten im (neueren) Satyricon-Stil dargeboten. Dark Fortress sind vermutlich aber nach wie vor nichts für typische Black Metal-Puristen (außer vielleicht das doublebass-lastige "Nemesis"). Dafür ist das Material auf "Ylem" einfach zu schleppend-atmosphärisch - viele Song kommen kaum über Midtempo hinaus, und das komplexe und avantgardistische Songwriting erschließt sich auch nicht jedem sofort. Dazu kommen dann sogar cleane Vocals (!), wie z.B. bei "Evenfall" oder vor allem beim höchst ungewöhnlichen, weil völlig banduntypischen "Wraith". Der Anfang von "Redivider" erinnert ein bisschen an Primordial, und "Satan Bled" kommt teilweise in bester Dimmu Borgir-Manier daher. Alles in allem eine anspruchsvoll-komplexe und zutiefst ausgereifte Angelegenheit, die nicht selten an Nocte Obducta (R.I.P.) erinnert. Mit "Ylem" orientiert man sich wieder mehr an "Séance" (2006), als an "Eidolon" (2008), und bietet ein meist schleppendes schwarzmetallisches Hörvergnügen voller Ideen. (maz)

8/10