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DEATHRITE - Nightmares Reign

VÖ: 09. November 2018
Century Media

Dass sich der Sound von Deathrite im Laufe der letzten Jahre stetig weiterentwickelt und somit leicht verändert hat, weiß eigentlich jeder, der sich die Band in regelmäßigen Abständen, so wie ich, live gegeben hat. Dennoch ist "Nightmares Reign", das vierte Album der Band aus Dresden, durchaus etwas überraschend. Dass die ursprüngliche Hardcore/Punk/Crust-Attitüde nur noch in Nuancen durchschimmert und längst der Schwedentod Einzug gehalten hat, ist zwar ebenfalls bekannt, aber nun wird der durchaus recht eigene, nach wie vor herrlich rotzige Sound der Band plötzlich durch erfrischende Black'n'Roll-Akzente, komplexere Strukturen und doomige Walzen aufgepeppt. Das mag so manchem Alt-Fan vermutlich nicht sofort gefallen, ebenso wenig die Tatsache, dass die Band nun scheinbar festgestellt hat, dass ein Song nicht immer standardmäßig nach zwei bis drei Minuten fertig sein muss. Bis auf das knackig-kurze "Bloodlust", bewegt sich auf "Nightmares Reign" erstmals alles oberhalb der vier-Minuten-Marke, das abschließende "Temptation Calls" (mit den typisch-klassischen Gitarrenriffs) erreicht gar knappe zehn Minuten. Innerhalb der Songs bietet sich nun also viel mehr Raum für Tempowechsel und Breaks, was "Nightmares Reign" somit abwechslungsreicher, interessanter und letztendlich eben auch mutiger macht.
Eine der für mich interessantesten deutschen Bands liefert hier eine gelungene Mischung aus "Wolverine Blues" von Entombed und "The Children Of The Night" von Tribulation ab - alles verpackt im bekannt-bewährten Deathrite-Stil. (maz)

8/10