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DECAYING - To Cross The Line

VÖ: 19. Januar 2018
FDA Records

Klarer Fall von Klischeedenken. Da liest man nur "finnische Death Metal Horde" und assoziiert damit sofort modrigen Underground-Sound, derbe tiefe Gitarren, noch tieferes Geröchel und morbide Melodien. Auf "To Cross The Line" gibt es davon aber gar nichts. Der vierte Decaying-Longplayer ist einfach ein ordentlich produziertes Death Metal-Album, welches zumindest mir aber recht wenig zu sagen hat. Nehmen wir gleich mal den eröffnenden Titelsong. Wäre der Gesang Marke "George 'Corpse Grinder' Fisher meets Martin van Drunen-Soundalike-Gewinner" nicht (ohne Scheiß, im Booklet ist kein holländischer Hüne verzeichnet!), der Song hätte auch aus einer Iced Earth-Ausschusskiste kommen können. Die Vollbremsung ab 2:20 min. ist auch nicht gerade eine markante Kehrtwendung und hilft somit nicht weiter. Und so geht es über die gesamte Diatanz von knapp 39 Minuten, dass mir Songs oder Parts immer wieder nett im Kopf bleiben ("From Shield To Storm", "Decadence", das eigentlich coole Thrash-Riff am Anfang von "Nothing Is Free"), ihre Nachhaltigkeit ist zusammen mit dem restlichen Material aber trotzdem zu unauffällig und verleitet zum Betätigen der Skip-Taste. Gegen die Tatsache, sich weitaus weniger dem Speed-Rausch hinzugeben, habe ich nichts. Erinnert etwas an Paths Of Possession, aber auch die sind aussagekräftiger. Teilweise rückt man sich (auch mit dem Cover) in Richtung trauernder Hail Of Bullets-Fans, aber schon ein getragenes Ende wie in "Futile Effort" ist einem "Berlin" gänzlich unterlegen … welch Ironie, wenn man mal den Songtitel übersetzt …
Kurzum: Ist mir einfach zu solide und nett, wenn auch auf diesem Level schlüssig. (sw)

5,5/10