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DÉCEMBRE NOIR - Autumn Kings

VÖ: 09. November 2018
Lifeforce Records

Sonntagabend, draußen dunkel, drinnen Kaminfeuer, Fernseher aus, "Autumn Kings" an und als Erstes hörst du … Regen. Was in den folgenden 70 Minuten passiert, ist des berühmten dritten Albums zu jeder Sekunde würdig. Décembre Noir haben es wirklich geschafft, ihr ohnehin schon starkes zweites Album "Forsaken Earth" zu toppen. Das Quintett aus Erfurt zelebriert in acht Songs ihre Version des Doom/Death vom Allerfeinsten, steht britischen Vorbildern in nichts nach und zeigt sich in Sachen Melancholie so ehrlich, ernsthaft und erwachsen, wie ich es bei einer einheimischen Band noch nie gehört habe. Und damit wäre eigentlich schon alles gesagt. Man kann hervorheben, dass die Band ihre Songwriting-Qualitäten vom Zweitwerk noch besser ausgereizt hat, um Wechselbad-Songs wie "Barricades" noch besser wirken zu lassen. Oder die Fähigkeit, vermeintlich pathetische Songtitel wie "A Weeping Sunrise", "Dress.Code.Black" oder "Hymn Of Sorrow" auch genau so groß und malerisch klingen zu lassen, dass man innerlich ein wohlwollend zustimmendes "genau so muss das" nickt. Selbst wenn Fronter Lars aus tiefster Kehle "I am the Autumn King" röhrt, hat das nichts anderes als richtig Gewicht und Aussagekraft.
Am Ende verliert man sich in diesem Album, wie bei einem Spaziergang in einem wunderschönen, herbstlichen Wald. Irgendwann denkt man nicht mehr darüber nach, ob es hier oder da schön war, dieser oder jener Ausblick wundervoll, nein, irgendwann ist alles gleichermaßen überwältigend. Und die Zielgerade vor dem ungewissen Ende heißt "The Downward Path", die sich zu einem riesigen Strudel auftürmt und alles mit Gewalt und Anmut ins Nichts zieht. Und zurück bleibt … Regen. (sw)

9/10