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DEIQUISITOR - Downfall Of The Apostates

VÖ: 27. April 2018
Dark Descents Records

Bevor das jetzt gehässig klingt, betone ich lieber, dass es das nicht sein soll. Aber kann es sein, dass jetzt auf einmal Bands ans Tageslicht kommen, die ihre Leidenschaft gegenüber dem Death Metal dem Degial-Vorbild gleich tun wollen? Ich finde das ja gut und bei Deiquisitor sind eh keine Grünschnabel am Werk, die vielleicht auf einen Zug aufspringen wollen. Die drei Akteure sind seit den Neunzigern in der Szene aktiv. So bediente Drummer HBC anno 1992 noch den Bass auf dem ersten Demo von Dominus - der Death Metal-Band eines gewissen Michael Poulsen. Nun ist aber 2018 und Deiquisitor präsentieren ihren zweiten Longplayer mit einer solchen Vehemenz, dass mir die Spucke wegbleibt. Nach dem Opener "Atom Synthesis" dachte ich nur bei mir, die riffen scharf und gerne Morbid Angel-lastig, die ballern mehr als amtlich und sie growlen (alle drei) ziemlich tief. Da sitzt man nach 3:18 min. kurzzeitig überrollt in der Ecke. Aber die meinen das wirklich so! Mit dem regelrecht bedrohlich startenden Titelsong, gibt es schon kein Zurück mehr und man beginnt den roten Faden zu verstehen. "Fist to the face" nennt der Infozettel das und hat Recht. Und die größte Stärke der Dänen ist die Akzentuierung und Präzision, mit der die zermalmenden Riffs und das mordsmäßig kraftvolle Drumming abgefeuert werden. Achtet mal auf das gemeingefährliche und immer wieder eingesetzte Stop and Go-Geblaste, dessen Dynamik und Betonung mit der verhältnismäßig reduzierten Gitarrenarbeit Suchtpotential in sich birgt. Nach der Taphos-Wiederaufbereitung (und das Debüt folgt bald!) schon meine zweite Death Metal-Überraschung aus Dänemark. Was ist denn da los?! (sw)

8,5/10