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DIABOLICAL - Eclipse

VÖ: 15. Februar 2019
Indie Recordings

Nachdem Demonical ohne ex-Sänger Sverker Widgren unlängst einen Hammer aus dem Hut gezaubert haben, legt dieser mit seiner Hauptband Diabolical nun nach. Am 15. Februar schmettern die Schweden, die sich doch deutlich von eben genannten unterscheiden, eine fabrikneue Langrille in die Landschaften. Serviert bekommt der geneigte Hörer ein musikalisches Endprodukt, welches sehr vielschichtig aufwartet und auch gerne etwas Zeit zum Entdecken in Anspruch nimmt. Eine Dose Bier in die Hand und ordentlich abschädeln ist hier eher kontraproduktiv, dafür ist "Eclipse" nicht gradlinig genug. Cleane Gesangspassagen, welche teils an Supuration erinnern und wirklich stark in Szene gesetzt wurden, brechen die tiefen, pechschwarzen Growls von Meister Widgren immer wieder auf. Orchestrale Untermalungen, getragen von einer dichten, bedrohlichen Grundstimmung, rücken "Eclipse" gedanklich in norwegische Breitengrade - ohne Kitsch, ohne Zirkus. Traumhafte Melodien ("Requiem"), stinkende Brocken ("Failure") und tonnenschwere Lava wechseln sich hier ab und lassen den aktuellen Opus der Schweden, welcher vorzüglich umgesetzt und produziert wurde, locker in den höchsten Ligen mitspielen. "Eclipse" musste bei mir erstmal zünden, das will ich hier nicht verschweigen, aber mir persönlich war es nicht lange möglich, mich seiner Magie zu entziehen. Nichts wirkt aufgesetzt, nichts fühlt sich fremd oder gar falsch an. Alles ist aus einem Guß, lässt sich mit Leidenschft und Genuss konsumieren, begeistert und krallt sich sprichwörtlich im Gehörgang fest. Das einzige kleine Manko, welches ich persönlich mit dem Album habe, ist der Wunsch nach etwas mehr Wut und ungezügelter Energie. Aber das ist nur ein Schönheitsfehler
einer starken Scheibe! (oem)

8,5/10