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EARTH CALLER - Crystal Death

VÖ: 19. Januar 2018
eONE/Lifeblood, Inc.

Earth Caller ist eine australische Band, die zwei Jahre nach ihrem ersten Album "Degenerate" nun mit ihrem zweiten Album, welches auf den wohlklingenden Namen "Crystal Death" hört, in die Szene preschen will. Dabei haben die fünf aus Melbourne stammenden Herren einen sehr modernen Ansatz und weichen die Genregrenzen zwischen Hardcore und Metalcore stark auf. Auf der vokalen Ebene hat man mit Josh Collard eine sehr individuelle Stimme, die mit dröhnender Gewalt über die Songs fegt. Allerdings wirkt er dabei sehr rau und ungeschliffen, was zwar zum Genre passt, aber von anderen auch als unsauber betitelt werden kann. In der Folge kann man bei der Stimme wie so oft nur auf das subjektive Empfinden schauen und das könnte unter anderem auch der Knackpunkt sein, an dem man festmacht, ob einem das gesamte Album zusagt. Denn wer nicht auf die röhrende, leicht "rotzige" Stimme des Frontmanns steht, der kann auch die zweifellos eindrucksvollen instrumentalen Songstrukturen nur schwer wertschätzen. Denn erst die harten Riffs bringen diesen Übergang von punkiger "IDGAF"-Attitüde zur melodischen, modernen Metalcore-Variante. Die elf Songs wirken insgesamt sehr mitreißend, haben aber untereinander nur wenig Variation in der vermittelten Stimmung. Dadurch bleibt nach den 43 Minuten des Albums auch ein glasklarer Gesamteindruck zurück, nämlich, dass man sich "Crystal Death" nicht rund um die Uhr und jeden Tag durch die Ohren jagen kann, sondern man braucht eine bestimmte Laune. Earth Caller sind wie ein Hardcore-Konzert für die heimische Wohnung - laut, brutal und hinterlassen ein großes Chaos. Danach reicht es dann aber auch erstmal für eine Weile. (zeo)

7/10