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EDENBRIDGE - The Bonding

VÖ: 21. Juni 2013
Steamhammer

Die Österreicher von Edenbridge hat gefühlt irgendwie auch niemand auf dem Schirm, kann das sein? Dabei hat die Truppe schon so einiges vorzuweisen: Vor bereits 15 Jahren gegründet, "The Bonding" ist nun schon das achte Studioalbum, eine Hand voll Live-/Best Of-Alben und Singles gab es auch schon und mit dem Vorgänger "Solitaire" (2010) knackte man erstmals die deutschen Charts, wenn auch nur auf Platz 95. Trotzdem blieb der ganze Durchbruch bisher immer aus. Wo ähnliche Bands wie Nightwish oder Within Temptation (beide ebenfalls Ende der 90er Jahre gegründet) wahre Siegeszüge angetreten sind und sich den berühmten großen Kuchen fast alleine geteilt haben, blieb für Edenbridge um Sängerin und Gründungsmitglied Sabine Edelsbacher nicht mehr viel übrig. Ob sich an dieser Situation mit "The Bonding" grundsätzlich etwas ändern wird, wird sich zeigen, darf aber ruhig mit etwas Skepsis betrachtet werden. Dass sich nun auch der Austria-Vierer Verstärkung in Form eines Orchesters geholt hat, mag dabei auch wiederum ein zweischneidiges Schwert sein. Auch das letzte Nightwish-Album "Imaginaerum" ist für meinen Geschmack schon viel zu sehr in Score-Gefilde abgedriftet und Edenbridge machen's mitunter recht ähnlich und präsentieren dem Hörer entsprechend ruhige und orchestrale Titel wie "Star-crossed Dreamer", "Death Is Not The End" oder auch das balladeske "Far Out Of Reach", das sich mit seinen über sechs Minuten zur reinsten Geduldsprobe entwickelt. Ohnehin bewegen sich die meisten Songs oberhalb der fünf Minuten (der abschließende Titelsong ist sogar über 15 Minuten lang) und kommen irgendwie kaum auf den Punkt. Nun begeht die Band meiner Meinung nach ohnehin den Fehler, auf eine griffige Eingängigkeit zugunsten einer gewissen Komplexität und auch leichter Progressivität zu verzichten. Da zündet dann auch nicht immer alles. "The Invisible Force" hat mit seinen satten Riffs durchaus Potential und das rasante "Shadows Of My Memory" macht dabei ebenso Laune, wie das knackig-kompakte "Alight A New Tomorrow". Und auch wenn Sängerin Sabine zweifelsfrei zu den talentierteren Frontdamen gehört, aber gerade im symphonischen Metal gibt es zig Bands, die ich vorziehen würde - die Songs von "The Bonding" packen mich weitestgehend einfach nicht, aber das ist mein persönliches Problem. Wer aber female fronted Symphonic Metal mit Orchester mag und speziell das bereits erwähnte "Imaginaerum" von Nightwish möchte (oder gar den Score des gleichnamigen Filmes), der sollte "The Bonding" eine Chance geben. (maz)

6,5/10