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EDGUY - Space Police - Defenders Of The Crown

VÖ: 18. April 2014
Nuclear Blast

Eigentlich brauche ich das zehnte Edguy-Studioalbum gar nicht großartig beschreiben oder erklären, denn das macht Tobias Sammet höchstpersönlich:
"Es braucht verzerrte Gitarren, ballernde Drums, eingängige Melodien, viel Augenzwinkern, einen Song von Falco, ein paar bunte Glam-Elemente, neunminütige Epen über die Unsterblichkeit der Seele im Stil von Led Zeppelin oder auch mal eine Abhandlung über den Sexualtrieb von Höhlenmenschen. Dann rührt man kräftig um, nimmt es anschließend im Studio auf und haut einen Evel-Knievel-Teufelskerl mit Oberlippenbart auf's Cover ... und fertig ist ein Album, für das man eigentlich in der Luft zerrissen wird. Es sei denn, man heißt Edguy."
Dem gibt es eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen, doch ich will auf ein paar der genannten Punkte mal etwas ausführlicher eingehen. Stichwort Falco. Ja, sie haben es tatsächlich getan und "Rock Me Amadeus" gecovert - auf deutsch (!), verdammt nahe am Original und sogar mit leichtem Ösi-Akzent! Sowas trauen sich wohl auch nur Edguy. Und wo finden wir diesen Song auf dem Album? Als Bonus oder gar hidden Track? Nein, genau in der Mitte. Zwischen Uptempo-Krachern wie "Shadow Eaters" oder dem Opener "Sabre & Torch", einem Glam Rocker wie "Love Tyger", großen Melodien, wie im klasse "Do Me Like A Caveman" oder aber auch neben einer eher mittelprächtigen Ballade der Sorte "Alone In Myself". Was mir auf "Space Police - Defenders Of The Crown" definitiv fehlt, sind die Hits. Auch wenn "Robin Hood" (vom 2011er Vorgänger) nun auch nicht gerade der Überhit war, aber ein solcher Titel fehlt hier leider gänzlich. Ich will einfach noch mehr Augenzwinkern, noch mehr Edguy und weniger Avantasia (wie im 9-minütigen Epos "The Eternal Wayfarer").
Dennoch kann man hier trotzdem nicht wirklich großartig meckern. Edguy haben auch dieses Mal wieder ein rundun gutes und abwechslungsreiches Album abgeliefert, das für mich persönlich im direkten Vergleich mit den Vorgängern, allerdings eher etwas schwächer ausfällt. Punktabzug müsste es außerdem eigentlich noch für den dämlichen Albumtitel und das noch dämlichere Coverartwork geben. (maz)

7,5/10