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EISREGEN - Schlangensonne

VÖ: 30. April 2010
Massacre Records

Eisregen sind ein Phänomen für sich - keine andere deutsche Band ist kommerziell so erfolgreich und kann dabei mehrere indizierte Alben in der Diskografie aufweisen. Und die Geister scheiden sich an ihnen immer noch - und das wird wohl auch ewig so bleiben. Kurz vor dem 15. Bandjubiläum steht mit "Schlangensonne" nun Album Nr. 8 der (musikalischen) Extremisten aus Thüringen bereit, um wieder einmal die deutschen Charts zu erobern.
Ich muss gestehen, dass ich mich schon seit einer ganzen Weile nicht mehr mit Eisregen beschäftigt habe. Die Produktionen älterer Werke des Quartetts kamen meistens kaum über Proberaum-Niveau hinaus, der ganze Hype u.a. auch wegen diverser Indizierungen, und die meist eher platten Texte und banalen Songs trugen ihr übriges dazu bei. Umso erstaunter bin ich nach den ersten Durchläufen von "Schlangensonne": Die Produktion ist genau so, wie sie sein soll, die Songs sind gut durchstrukturiert, und die Texte ... nun ja ... die Texte sind halt typisch Eisregen. Da wird dann durchaus "Blute aus" gefordert, und Songtitel wie "Tod senkt sich herab", "Das Allerschlimmste" (... wünsch ich Dir)" oder "Brustfetichrist" sprechen eh für sich selbst. Und musikalisch? Wärend das eröffnende "N8Verzehr" in den Strophen in bester Rammstein-Manier stampfend daherkommt, darf sich der geneigte Eisregen-Fan im weiteren Verlauf auf den typisch düsteren, oftmals schleppenden, und meist keyboardgetränkten Gitarrensound freuen, der mal depressiv daherkommt, aber auf der anderen Seite auch richtig metallisch nach vorne drückt. Eisregen erschaffen auf "Schlangensonne" einmal mehr eine unheilschwangere, morbide und bedrohlich-boshafte Stimmung.
Hätte mir vor zwei oder drei Jahren jemand gesagt, dass ich mal einem Eisregen-Album acht Punkte geben werde, ich hätte demjenigen kopfschüttelnd erwidert, dass das sicherlich niemals passieren wird. So kann man sich täuschen ... (maz)

8/10