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ELUVEITIE - Evocation II - Pantheon

VÖ: 18. August 2017
Nuclear Blast

Eluveitie muss man inzwischen wohl nicht mehr groß erklären. Die Schweizer mit ihrer eigenwilligen Mischung aus Folk, cleanem und gutturalem Gesang, harten Riffs und geradezu omnipräsentem Flöten- und Blasinstrumentengedudel, sollte inzwischen so gut wie jedem ein Begriff sein. Der Sound von Eluveitie ist auf jeden Fall bezeichnend für diese Band geworden und Bands, von denen man einen sehr speziellen Klang gewohnt ist, tendieren von Zeit zu Zeit dazu, etwas "Unerwartetes" zu tun oder ein Album aufzunehmen, das mit einem vollkommen anderen Klang spielt oder sehr experimentell ist. Im Falle der Schweizer ist dieses Experiment nun nichts Neues: bereits 2009 erschien "Evocation I - The Arcane Dominion". Wer sich mit der Truppe ein klein wenig auskennt, der weiß, dass es sich bei diesem Album um ein komplett akustisch eingespieltes Album handelt. Es werden Melodien und Ideen aus den beiden vorangegangenen Alben aufgegriffen und zu Akustik-Folk-Songs "verwurstet", aber auch bis dato unbekanntes Material veröffentlicht. Nun schreiben wir das Jahr 2017. Es sind acht Jahre und drei Studio-Alben vergangen und scheinbar fühlt man sich berufen, dem 2009er Akustik-Album eine Fortsetzung zu verpassen. "Evocation II - Pantheon" heißt der Silberling und knüpft genau da an, wo der Erstling aufhört. Manche Melodien kennt man aus den vorangegangen Alben und manche Songs stellen völlig neues Material dar. Natürlich bleibt man der Linie "Evocation" treu und es befinden sich ausschließlich akustische Stücke auf dem Album. Für den die-Hard-Metalfan ist das sicherlich überhaupt nichts. Ansonsten glänzt das Scheibchen aber mit einigen guten Stücken. Stimmungstechnisch bewegt sich aber durchweg alles im melancholischen Bereich, so dass die Songs im Großteil zur Entspannung oder als Hintergrundberieselung dienen. Nimmt man sich das Album einmal aktiv vor und versucht sich direkt damit zu beschäftigen, kommt aber schnell Langeweile auf, da der Inhalt doch etwas repetitiv ist und einem das recht wenig abwechslungsreiche Gejammer der Sängerin dauerhaft sogar echt auf die Nerven gehen kann.
Zusammengefasst kann man ganz einfach sagen: Wem die erste Akustik-Platte gefallen hat, dem gefällt auch die Zweite. Das war's dann aber auch schon wieder. Kann man dem Album aber auch nicht vorwerfen, da diesem ein klares Konzept zugrunde liegt. Für alle anderen gilt: Auf das nächste reguläre Album warten oder das bisherige Material zu Gemüte führen. (cl)

6/10