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EQUILIBRIUM - Erdentempel

VÖ: 06. Juni 2014
Nuclear Blast

Seien wir ehrlich, die Seriösität im Hause Equilibrium ist längst flöten gegangen - im wahrsten Sinne des Wortes. Und wer dachte, dass vergangener Schunkelunsinn wie "Wurzelbert" oder "Die Affeninsel" bereits die Tiefpunkte der Band dargestellt hätten, der hat die Rechnung ohne "Wirtshaus Gaudi" gemacht. Wie meinen? Genau, das ist einer der Titel auf dem neuen Equilibrium-Werk "Erdentempel", der das Niveau dieser Scheibe bestens beschreibt - morgens halb zehn in Wacken im Biergarten ... oder so ähnlich. An diesem Titel gibt es rein gar nichts schönzureden und Spaß verstehe ich sehr wohl. Es ist erschreckend, mitverfolgen zu müssen, wie sich eine Band, die vor rund zehn Jahren mal als neuer Stern am (deutschen) Pagan Metal Himmel galt, in den letzten Jahren immer weiter selber demontiert hat. Gerade erst hat man wieder mal zwei Mitglieder aus der Band "entfernt", so dass Sänger Robert Dahn (seit 2010 dabei) und Gitarrist, Keyboarder und Gründungsmitglied René Berthiaume aktuell alleine auf weiter Flur stehen. Ob das der Grund für die "Qualität" auf "Erdentempel" ist? Ich höre mir lieber stundenlanges Dauergeflöte auf einem Mittelaltermarkt an, als das, was hier geboten wird. Die Höhe des musikalischen Anspruchs dieses vierten Studioalbums beschreibt sich mit dem Albumtitel ganz gut. Bei Titeln wie dem nervigen "Was lange währt", dem dreist geklauten "Fluch der Karibik"-Thema in "Wellengang" und diesen permanenten und penetranten fröhlichen Folk-Melodien wird mir schlicht und einfach übel - so großartig ich das 2005er Meisterwerk "Turis Fratyr" übrigens auch heute noch finde.
Wo sich wirkliche Headbanger z.B. Moonsorrow anhören und sich dazu die Serie "Vikings" anschauen, bevorzugt der klassische Equilibrium-Hörer von heute vermutlich eher "Wicki und die starken Männer". "Erdentempel" ist konstruierter, völlig ideenloser und höchst partytauglicher "Schulhof-Metal" zum Fremdschämen. (maz)

5/10