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ESCAPE THE FATE - Hate Me

VÖ: 30. Oktober 2015
Eleven Seven Music

Längst sind Escape The Fate keine kleine Nummer mehr. Und mit ihrem neusten Album "Hate Me" wollen sie einmal mehr beweisen, dass sie die mehreren Millionen Fans auch verdient haben. 14 Tracks haben es auf das neue Album geschafft, davon vier Bonustracks, wovon wiederum zwei Techno-Remix-Versionen der ersten beiden Songs "Just A Memory" und "Live For Today" sind. Es bleiben also zwölf "richtige", brandneue Songs, die sich genretechnisch an das anlehnen, was Escape The Fate schon immer ausmachte. Es gibt viel Rock, ab und an Metal und eine größere Prise Post-Hardcore. Der Opener "Just A Memory" weist dabei eine erstaunlich harte Gangart auf und macht Hunger auf mehr exessives Riffing, Shouts, Screams und Blastbeats. Doch dieser Hunger soll ungestillt bleiben. Der Rest des Albums hat all das, was den ersten Song so großartig macht, eben nicht und klingt vollkommen anders - nach reiner "Radiomusik". Und genau das ist die Absicht des neuen Albums. Es muss nur gut klingen, künstlerischer Anspruch wird vollkommen hinten angestellt. Ihr braucht dafür Beweise? Nehmen wir "Breaking Me Down": Zwei Strophen vs. dreifacher Refrain. Also haben wir schon Mal öfter Refrain als Text, was man eigentlich nur aus dem Pop-Bereich kennen möchte. Zwölf Mal wird im Text "I wish that I could ..." wiederholt, jeweils mit einem anderen Ende. Das hat nichts mehr mit kreativer Leistung zu tun. Gut, wenn mal ein Song etwas poppiger wird, dann ist das ja nichts Schlimmes, sollte man meinen. Aber gleiches gilt auch für "Remember Every Scar", "Alive" "I Won't Break" und "Live For Today". Ich gebe euch jetzt die geheime Formel, nach der man seinen ganz eigenen Escape The Fate-Song schmiedet: 30 Sekunden Intro, acht Text-Zeilen Strophe, Refrain, Strophe, Refrain, Gitarrensolo, Refrain, Outro. Es wäre lustig, wenn es nicht so traurig wäre. Diese Band wird alleine dadurch getragen, dass Sänger Craig Mabbitt eine sehr einzigartige Stimme hat und die Band schafft es halt, Ohrwürmer zu produzieren. Allerdings hat man so unendlich viel Potenzial der Band verschenkt und fährt lieber die komplette Pop-Schiene - nur halt mit E-Gitarren. Traurig. (zeo)

6/10