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ESKIMO CALLBOY - Bury Me In Vegas

VÖ: 23. März 2012
Redfield Records

Es ist kein Geheimnis, dass Eskimo Callboy aus dem nordrhein-westfälischen Castrop-Rauxel wie kaum eine andere Band in diesem Genre polarisieren. Aber die sechs Herren tun natürlich auch alles dafür, um sich diesen Ruf zu bewahren, denn schließlich wollte man beim Songwriting für dieses Album immerhin "das bekannte Kopfschütteln bei den Kritikern nicht missen" (Zitat). Man merkt schon, so ganz ernst nimmt sich diese Band selber nicht - und das macht sie, trotz eventueller musikalischer Vorbehalte, zweifelsfrei sympathisch.
Auf dem nun vorliegenden Debütalbum "Bury Me In Vegas" (eine Hommage an Katy Perry's "Waking Up In Vegas"? Schließlich hat man auch schon ihr "California Gurls" gecovert...) finden sich nun elf Songs zwischen Electrocore, Metal, Pop und durchgeknallten Einfällen oder wie es die Band selber formuliert: "Tanzbarer Porno-Metal mit einer Prise psychedelischem Glam-Rock". Die Wahrheit liegt einmal mehr vermutlich irgendwo dazwischen. Die Kids werden solche Gassenhauer wie das herrlich elektronische und schräge "Internude" und natürlich die extrem Pit-tauglichen "Wonderbra Boulevard" und "5$ Bitchcore" ohne Ende abfeiern. Eins meiner persönlichen Highlight ist das - im positiven Sinne - irgendwie ziemlich kranke "Transilvanian Cunthunger" mit Gast-Vocals von Mika Lahti (One Morning Left).
Da ich ja nun auch zu den eingangs bereits erwähnten Kritikern gehöre, ertappe ich mich beim Durchhören von "Bury Me In Vegas" auch beim häufigeren Kopfschütteln (und damit meine ich jetzt nicht Headbangen). Man sollte hier nicht den Fehler machen und dieses Album auf dem Seziertisch auseinandernehmen, sondern man muss es als das ansehen, was es ist, nämlich eine knapp 35-minütige riesige Party. "Bury Me In Vegas" ist eine Ohrfeige mitten ins Gesicht aller verbitterten Kritiker, die schlicht und einfach keinen Spaß verstehen. Die Kids mit ihren bunten We Butter The Bread With Butter-Shirts werden dieses Album zweifelsfrei abfeiern (nur darauf kommt es letztendlich an) - und auch mich packt der enorm hohe Spaß- und Partyfaktor. Wie bereits angedeutet, darf man hier nichts allzu ernst nehmen - auch nicht die Texte, die trotz ihres Sarkasmus immerhin die vier elementaren Themen des Leben aufgreifen: "Partys, Sex, Suff-Erlebnisse und zwischenmenschliche Beziehungen". Alles klar!? (maz)

8/10