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ESKIMO CALLBOY - We Are The Mess

VÖ: 10. Januar 2014
Redfield Records

Ja, die Eskimos haben schon eine ganze Weile auf sich warten lassen, seit sie mit ihrem Debütalbum "Bury Me In Vegas" durchgestartet sind. Jetzt ist der langersehnte zweite Longplayer "We Are The Mess" da und was soll man da sagen: Eskimo Callboy haben es tatsächlich geschafft, sich gleichzeitig mit imposanten Songs wie "Never Let You Know" ungewohnt erwachsen und gereift zu geben, nur um dann im nächsten Titel "#elchtransformer" einen Telefonstreich mit auf das Album zu bringen. "Einen Telefonstreich? Ehrlich Jungs, seid ihr zwölf?" - klingt es bestimmt bald aus "Hater"-Lagern, doch wer sich auf Eskimo Callboy einlässt, darf einfach nicht erwarten, dass er hier toternstes Melodrama geboten bekommt, sondern wie schon auf dem Vorgängeralbum, dominieren Spaß und Party den lyrischen Spielraum, auf dem sich die Jungs tummeln. Das ganze tut jedoch dem instrumentalen Können keinen Abbruch, denn hier haben sich die Jungs aus Castrop-Rauxel ordentlich weiterentwickelt und noch mehr Varianz in die Songs gebracht. So hat der bereits erwähnte Titel "Never Let You Know" eine sehr gefühlvolle Atmosphäre, die wie erwähnt erwachsener wirkt als alles. was man bisher von ihnen kannte. Doch auch altbewährte Party-Songs sind beispielsweise mit "Final Dance" oder "Broadway's Gonna Kill Us" wieder voll im Fokus, die mit poppigen Rhythmen und Melodien definitiv für Ohrwürmer sorgen. Eine wichtige Rolle bei den Ohrwürmern spielt sicherlich der Clean-Gesang von Sänger Sebastian 'Sushii' Biesler, der gemeinsam mit Kevin Ratajczak in die Mikrofone schreit. Durch das ganze Album hinweg wird jedem Song ein eigener Charakter gegeben, keine Langeweile, kein ödes 08/15 Geplänkel, sondern rundum beste Unterhaltung mit elektronisch unterlegtem Metalcore. Die größte Überraschung ist für mich "Jagger Swagger", das mit Djent-Palm-Mutes eine wesentlich andere Gangart fährt, als das meiste, was man bisher von der Band kannte - und dann plötzlich ein dritter Mann am Mikro: BastiBasti von Callejon gibt sich die Ehre und brüllt nochmal alles in Grund und Boden. Auch die Portion Breakdowns ist wieder stark präsent und geht vor allem beim "Voodoo Circus" tief (tief!!) ins Rückenmark. Insgesamt ein wirklich kraftvolles, tanzbares Album, das seinen Vorgänger definitiv noch übertrumpft! (zeo)

8,5/10