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EXECRATION - Morbid Dimensions

VÖ: 29. September 2014
Duplicate Records

Erstens passt das Cover ja wohl mal wie der Hintern auf den besagten Eimer und zweitens habe ich einen interessanten Rat an alle, die die CD beim Anchecken konventionell von vorne beginnen und das Gefühl haben, dass hier irgendwas nicht stimmt. Fangt mal von hinten an. Spätestens beim zweiten Song (sprich: offiziell der Vorletzte) haben euch Execration gnadenlos an euren eigenen Eingeweiden durchs Dimensionen-Tor gezogen. Bei mir hat es auch funktioniert (und weh getan!) und jetzt finde ich "Morbid Dimensions" fast abartig gut. Auf ihrem dritten Album zelebrieren die Norweger eine Form von Death Metal, die ich versuchsweise als experimentell, urwüchsig, filigran, unberechenbar oder einfach ziemlich speziell beschreiben könnte. Diesen Dimensionsflug muss man aber am eigenen Leib spüren, die zahlreichen unerwarteten Wendungen als präzise Absichten hinnehmen. Als würden sich Bölzer mit den filigranen Gitarren alter Mastodon in den Katakomben des skandinavischen Death Metal duellieren … fuckin' crazy, und wird "Morbid Dimensions" auch nicht gerecht. Wie ein Meister-Chirurg, der unkontrolliert das Skalpell schwingt, trotzdem aber die richtigen Schnitte macht - 60 Minuten lang! In den neun Songs sind so viele Spitzfindigkeiten versteckt (trotz des Irrsinns - unbedingt die Kopfhörer-Variante versuchen!), dass ich noch Wochen brauchen würde, um euch das spürbare Potential von "Morbid Dimensions" angemessen zu erklären. Doch ich glaube, das würde dem Album schon wieder den Zauber nehmen. Angsthasen können sich ja erst mal an dem aus dem Rahmen doomenden, derbe intensiven "Tribulation Shackles" versuchen. Ansonsten heißt es: Hinsetzen, anschnallen und sich auf einen höllisch abgefahrenen Seelen-Trip einlassen. (sw)

8/10