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EXECRATION - Return To The Void

VÖ: 14. Juli 2017
Metal Blade

Metal Blade machen es Century Media nach und schnappen sich eine höchst spannende Death Metal Truppe aus Skandinavien. Was bei Century Media mit den Schweden Morbus Chron und deren zweiten Album "Sweven" ins Ende der Band mündete, könnte bei Metal Blade mit den Norwegern Execration viel besser klappen, da wir mit "Return To The Void" schon bei Album Nr. 4 sind. Ein Album, welches man unmöglich im Detail beschreiben kann, weil es davon "zu viele" gibt. Stellt euch vor, ihr tretet eine Reise an - vielleicht mit oder auch ohne Ziel. Aber der Weg geht immer nach vorne. "Zurückschauen" und die Erfahrung der letzten Stationen mitnehmen - ja, aber noch mal umkehren, um einen bestimmten Ort wieder zu besuchen - nein. So ähnlich kann man sich die Songs von Execration vorstellen, die auch beginnen und nie "nach Hause" kommen, sondern an einem anderen schönen Ort enden und trotzdem durchweg spannende Momente, Orte und Gefühle mit sich tragen. Das musste ich erst mal begreifen und rückwirkend feststellen, dass der Vorgänger "Morbid Dimensions" bereits genau so war. Nur seinerzeit gab es neun Songs in einer Stunde und dieses Mal neun Tracks (inklusive zwei Intros - sprich: sieben Songs) in knapp 42 Minuten, was bedeutet, dass die Norweger ihre Stärken hörbar gebündelt haben, ohne den Grundtenor "der Weg ist das Ziel" außer Acht zu lassen. Das Songwriting ist noch fokussierter, wirkt entschlossener, vielleicht deswegen sogar auf wundersame Weise zugänglicher. Nicht, dass ich "Morbid Dimensions" Defizite unterstellen würde (in Norwegen sogar mit dem Spellemanspris (dem norwegischen Grammy) ausgezeichnet!), "Return To The Void" zeigt aber, was halt alles noch möglich ist und dass wir - um auf den Charakter zurück zu kommen - noch nicht "am Ende der Reise" sind. Wer auf unkonventionelle Death Metal Verteter wie die verblichenen Morbus Chron, die spannenden Amis Horrendous oder auch die völlig genialen Landsmänner von Extol steht, hat hier neues Futter zu entdecken. (sw)

8,5/10