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FEAR FACTORY - The Industrialist

VÖ: 01. Juni 2012
AFM Records

Der scheinbare Versuch von Fear Factory, sich musikalisch langsam aber stetig dem Klassiker "Demanufacture" (1995) zu nähern, gelingt auch auf "The Industrialist" - dem zweiten Album nach dem Comeback - wieder ein kleines Stückchen mehr. Gleich das eröffnende Doppel, bestehend aus dem Titelsong und dem folgenden "Recharger" dürften die besten Fear Factory-Songs seit Jahren sein. Insgesamt fällt aber auf, dass man sich diesmal mehr um Feinheiten und kleinere Neuerungen bemüht hat. Hier und da ein paar ruhigere Parts und ein paar mehr sphärische und elektronische Klänge. Aber "zahm" sind Fear Factory deswegen keineswegs geworden. Nach wie vor knallen die typischen Stakkato-Riffs zusammen mit den synthetischen Drums Maschinengewehr-artig aus den Boxen und auch Sänger Burton C. Bell glänzt wieder einmal sowohl bei den tiefen Growls, als auch in den cleanen und hochmelodischen Passagen. Besonders gut gefallen mir das leicht poppig beginnende "Difference Engine", das sich schnell als ein wahrer Vorschlaghammer entpuppt, sowie das aggressiv-düstere "Dissemble". Das direkt im Anschluss folgende knappe 2-minütige und sehr chillig-melodische Instrumental hätte dieses Albums wunderbar abgeschlossen. Schade, dass einem danach mit "Human Augmentation" noch eine über 9-minütige (!) ebenfalls rein instrumentale Aneinanderreihung von Geräuschen und Klängen zugemutet wird, die scheinbar weder Sinn macht, noch wirklich hörbar ist. Ansonsten ist Fear Factory mit "The Industrialist" aber ein wirklich gutes Album gelungen, das den Vorgänger "Mechanize" (2010) zweifelsfrei toppt und dem vermeintlichen "Ziel" ("Demanufacture 2") wieder ein bisschen näher gekommen ist. (maz)

7,5/10