Impressum Startseite
Reviews Interviews Live Specials Jobs

FIFTH ANGEL - The Third Secret

VÖ: 26. Oktober 2018
Nuclear Blast

Eigentlich muss ich dem Keep It True unendlich dankbar sein. Zwei Auftritte (2010 und 2017) und Fifth Angel hatten einen festen Platz in meinem Herz eingenommen. Da ist es schon eine Besonderheit, dass ich so gespannt bin auf ein Album einer Band, die ich erst in der Retrospektive kennen gelernt habe. Und auch wenn es die Spatzen eh schon von den Dächern pfeifen, "The Third Secret" rangiert wirklich auf Augenhöhe mit den ersten beiden Alben "Fifth Angel" (1986) und "Time Will Tell" (1989) … 30 Jahre später - das muss man erst mal realisieren. Das als Trio von den Originalen Ken Mary (Drums), John Macko (Bass) und Kendall Bechtel (Gitarre und jetzt erstmals auch mächtig beeindruckend am Mikro!) eingespielte Album ist nahezu perfekt! Im Prinzip ist jeder Song ein Hit, atmet Fifth Angel-Luft in Reinkultur und kommt mit marginalen Neuzeit-Attributen (amtliche Produktion, dezent mehr Doublebass-Einsatz) sofort auf den Punkt. Kein Intro, kein Schnickschnack, kein Pathos-Chichi, nur ein Song über fünf Minuten - Zeit zum Luft holen ist da kaum, wenn man sich im Freudentaumel dieser Power/Melodic-Gourmetstücke befindet. Anspieltipps sind reine Zeitverschwendung, wenngleich jeder Fan so seine eigenen kleinen Vorlieben hat. Ich z.B. finde es wirklich befreiend, dass ein Album dieser Stilistik zum Ende hin sogar noch Fahrt aufnimmt und nicht langsam und pathetisch am Horizont versinkt. Die Beschreibung "Power/Melodic Metal" darf man bei Fifth Angel eh nicht mit Klischee-behafteten Maßstäben betrachten. Der Blick auf das Cover erklärt. Denn auch wenn der Krieger riesige "Melodic Metal"-Flügel ausbreitet, seine makellose Rüstung zeugt von Ehre und erkämpftem Ruhm und das flammende Schwert tötet wie das eines waschechten Verfechter des harten Stahls.
Als kleine Fußnote vermerke ich noch das dicke Grinsen, welches eintrat, als die Refrain-Melodie von "Can You Hear Me" sofortige Erinnerungen an den Smasher "Cathedral" hervorrief. Schwamm drüber - auch die Besten sind nicht unfehlbar und wer will angesichts solch eines Albums ernsthaft meckern?! (sw)

9,5/10